Corona-Virus: Auch keine Briefmarkenmesse Essen

Vollends helles Erwachen sorgte für viele Briefmarkenfreunde, daß zahlreiche Großtauschtage Ende 2. Märzwoche abgesagt wurden. Und an der hierfür  zugrundeliegenden Beschlußlage  wird sich bis auf weiteres auch nichts ändern. Höhepunkt der traurigen Entwicklung: Nach der „Philatelia“ zum Märzbeginn in München kommt nun auch für die 30. Intern. Briefmarkenmesse Essen 2020 das Aus. Vom 14. bis 16. Mai hätte sie stattfinden sollen. Hier die Pressemitteilung vom 13. März des Händlerverbandes APHV:

„Die Stadt Essen hat mit Wirkung vom 13. März 2020 verfügt, dass alle Großveranstaltungen im Stadtgebiet mit mehr als 1000 Besuchern verboten sind. Die Verfügung ist zeitlich nicht begrenzt, sondern gilt bis auf Weiteres. Damit fehlt jegliche Planungssicherheit in den entscheidenden Wochen vor einer Großveranstaltung. In intensiven Gesprächen mit der Messe Essen wurde nach Alternativterminen gesucht.

Da die Verfügung unbefristet ist und die Ungewissheit groß, ob im Frühjahr überhaupt noch Großveranstaltungen stattfinden dürfen, ist die allgemeine Einschätzung, dass eine Verschiebung um wenige Wochen in den Juni nichts bringen wird. Danach beginnen die Sommerferien.

Eine Verschiebung der Briefmarken-Messe Essen in den Sommer oder noch weiter ins 2. Halbjahr macht angesichts vieler (auch verschobener) Philatelie-Veranstaltungen im Spätsommer und Herbst im In- und angrenzenden Ausland und vor allem wegen der Nähe zur Briefmarken-Börse in Sindelfingen keinen Sinn. Der Veranstalter ist deshalb gezwungen, die 30. Internationale Briefmarken-Messe Essen abzusagen.

Die nächste Briefmarken-Messe in Essen wird zusammen mit der IBRA vom 6. bis 9. Mai 2021 stattfinden. Aktuelle Informationen finden sich auf www.ibra2021.de und www.briefmarkenmesse-essen.de“ (jb/pcp)
                                                                                                          Philatelie-Digital, 3/2020

„Philatelia 2020“ nach einem Tag abgebrochen

   

   Trotz allem: Guter Start in München
Fotos: Wilhelm van Loo

Einmalige Chronistenpflicht an dieser Stelle – einmaliges (hoffentlich!) Ereignis. Die mit viel Herzblut, Enthusiasmus und Willen vom Händlerverband APHV geplante und von der Messeagentur Billion durchgeführte „neue“ Philatelia“ endete unverhofft nach einem Tag. Auf drei Tage war sie angesetzt. Der Coronavirus legt nun auch in der Philatelie  die Axt an. Heute, vier Tage später, kommt man angesichts der nicht abreißenden neugeschaffenen Tatsachen und Einsichten nicht um die Feststellung herum, daß die Entscheidung richtig war. Am Tag selbst oder darauf mochte man noch verärgert sein, ließ die Stadt München zur selben Zeit ein paar Kilometer weiter 70.000 Fans in die Arena des Bundesligaspitzenreiters Bayern München strömen. Hier ein paar Tausend Sammler, die ohnehin bei ihrer Schatzsuche gern für sich sind und deshalb physische Nähe von ebenfalls suchenden Nachbarn zu vermeiden suchen, da Fußballfans, die sich in die Arme fallen.

Hier die vom APHV auf seiner Website veröffentlichte Erläuterung zum Sachverhalt:

(jb/pcp) „Nicht wenige fragten sich im Vorfeld, ob der Neustart der Internationalen Briefmarken-Börse München gelingen würde. Dem veranstaltenden Händlerverband APHV war es gelungen, ein Angebot auf die Beine zu stellen, das den Vorgängermessen in nichts nachstand. Wer am 6. März 2020 ins Foyer des MOC München-Freimann schaute, sah viele Sammler, die ungeduldig auf die Öffnung der Halle 2 um 9.30 Uhr warteten. Nachdem der erste Ansturm bewältigt war, hatten die Händler und Postverwaltungen bis in den Nachmittag gut zu tun.

Am ersten Messetag abends um 22 Uhr entschied das Kreisverwaltungsreferat München zur allgemeinen Überraschung, die Philatelia am Samstag und Sonntag nur unter Auflagen zu erlauben, die eine Fortsetzung praktisch unmöglich machten: Jeder Standinhaber sollte einen negativen Test auf das Coronavirus vorlegen, und die Besucher sollten verpflichtet werden, auf einem Formular schriftlich zu versichern, dass sie in den letzten zwei Wochen keines der Corona-Krisengebiete besucht haben. Daraufhin wurde entschieden, die Philatelia München abzubrechen. Die Numismata in der Nachbarhalle konnte gar nicht erst starten.

Glücklicherweise hatten die meisten Aussteller schon am Eröffnungstag so gute Umsätze gemacht, dass die Kosten bei den meisten wenigstens gedeckt waren. Da der Auftakt zudem gezeigt hatte, dass die Philatelia München funktioniert und vom Publikum angenommen wird, gaben viele Aussteller spontan ihre Zusage für die nächste Philatelia, die vom 5. bis 7. März 2021 wieder in Halle 2 im MOC München-Freimann stattfinden wird.“ – Ende – 
Philatelie-Digital 3/2020

Preisverzeichnis der Post mit Stand 1.1.2020 für die Tonne / Dialogpost seit Januar wieder mit Variante „Postkarte“

      

Aktuelles Preisverzeichnis der Post, rarer Freistempelbeleg aus dem Juni 1993

    Aktuelle Dialogpost-Standardwerte

Die Bonner Post macht in Sachen Paketpreise einen Rückzieher – und den unerwartet schnell. Was man sonst verächtlich Populismus nennt, ist hier verantwortungsvoll und kundennah. Was bedeutet, daß man es vorher nicht oder zuwenig war. Damit nichts Neues in deutschen Landen mit viel Moral und immer weniger Sachverstand. – – Philatelie-Digital 2/2020

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Deutsche Post: Alles Neue zum 1. Januar 2020 (2) – Frachtpost teils teurer

Nach mindestens drei Jahren Preisstabilität verändern sich die Online- und Filialpreise für einzelne nationale Paketprodukte und weitere Angebote im Frachtdienst. Die guten Nachrichten zuerst: Die Entgelte für das Kleinpäckchen (XS) und das wohl am meisten am Schalter aufgegebene Paket, das bis 5 kg, bleiben unverändert bei 3,79 Euro bzw. 7,49 Euro.

Jedoch verteuern sich u.a. die Filial-, also die Preise bei Schalteraufgabe für das Normalpäckchen („M“) von 4,50 Euro auf 4,79 Euro und für das Online-Paket 5 kg von 5,99 Euro auf 6,49 Euro. Auch das Online-Päckchen M wird um 10 Cent teurer (4,49 €).

Bei dem im angehängten pdf-Dokument ausgewiesenen „Pluspäckchen“ handelt es sich, wie Philatelie-Digital aus Bonn erfuhr, um ein zeitlich begrenztes Weihnachtsangebot. Die Sendungsform wurde bekanntlich schon vor vielen Jahren abgeschafft.

Für den Bedarfspostsammler geht der Kelch einer neuen Kleinpäckchenmarke also erst einmal vorüber, doch wird die Post die Gelegenheit nutzen, eine 4,79-€-Blumenmarke an die Schalter zu bringen. Es geht also auch 2020 beim Neuheitenerwerb teuer los. — Philatelie-Digital 12-2019

PDF-Dokument bitte herunterladen: DHL-Frachtpreise 1.1.2020

 

Deutsche Post: Alles Neue zum 1. Januar 2020 (1) – Bücher- und Warensendungen-national

Ab morgen, dem 1. Januar, sind die schon im letzten Sommer angekündigten Entgelte der neuen, vereinheitlichten nationalen Sendungsart „Bücher- und Warensendung national“ endgültig zu entrichten. Sie waren schon für den 1. Juli 2019 vorgesehen, doch setzte die Post aufgrund von Protesten u.a. aus dem Buchhandel das Inkraftreten der neuen Entgelte für die Dauer von sechs Monaten aus. Das Entgelt bis Sendungen bis 500g beträgt 190 Cent, bis 1000g 220 Cent.

   W.-Sdg-Groß vom 11.18.2019

Entscheidend an der neuen Sendungsart ist die stark vermindete Sendungshöhe von fünf Zentimetern (bisher 15 cm) bei beiden Gewichtsoptionen. Diese um zehn Zentimeter weniger zulässige Sendungshöhe zwingt bei fraglichen Sendungen zum Versand in teureren Päckchen oder als Paket (Einzelheiten hierzu s. Beitrag „Büchersendung“ von 120 Pf auf 190 Pf“ (PhilDig 5/19; dort Dok. Pr-Mitt. der DP). An dieser Stelle ist festzuhalten, daß es anders als im Auslandsdienst keine Onlineversandoption für Einzelsendungen („Warenpost“; bezahlbar nur mit Internetmarke) gibt.

Fazit: Die seit dem 1. Juli 2018 geltenden Preise von 120 Cent für „Büchersendungen“ (bis 500g) und 170 Cent (501-1000g) bzw. für „Warensendungen“ zu 130 Cent (bis 50g; Nennwert nur als ATM!) und 220 Cent (51-500g) hatten eine effektive Laufzeit bis 31. Dezember 2019. Doch die Praxis am Schalter sah in den vergangenen Monaten wohl anders aus. Versender von „Büchersendungen“ wie die BDPh-ArGe RSV e.V. verschickten ihre Rundbriefe (bis 500g) zum teureren Großbriefentgelt (155 c). Philatelie-Digital ist nicht bekannt, daß die Post ihren Annahmestellen intern diese Möglichkeit als Angebotsvariante „angewiesen“ hätte im Falle, daß die Einlieferer die noch teurere, aber zeitlich aufgeschobene Variante „190 Cent“ nicht akzeptieren wollten. Die Post hat also in den vergangenen sechs Monaten die Versender schlichtweg abkassiert.

 
  Rundbrief, als Großbrief versandt, 18.12.2019


Rundbrief zum ermäß. Entgelt, 19.6.2019

Was die „alten“ Warensendungsentgelte (130c/220c) betrifft, könnte Bonn dieses Spielchen ebenso durchgezogen haben. Andererseits ist die Realität längst die, daß diese beiden ermäßigten Sendungsarten insbesondere seit Einführung der Online-Bezahlformen (Stampit 2001, Nachfolger Frankit, Internetmarke 2009) bei ohnehin schon viele Jahrzehnte zulässiger DV-Freimachung (DV=Datenverarbeitung) überwiegend markenlos in den Versand gingen. Das wird noch mehr auf das neue vereinheitlichte Produkt vom 1. Juli 2019 zutreffen.

Anzumerken ist hier außerdem, daß seit Preisverzeichnis Stand 1.1.2016 im Abschnitt „Mengenversand“ (!?) die Post zusätzlich die beiden Optionen „Maxi bis 1000g, H 5 cm“ (220 c) und „Maxi bis 1000g, H 15 cm(!) (235 c) anführte. Sie haben sich mit dem 1. Juli 2019 erledigt. Mit diesem Datum führte die Post für den nationalen Markt aber die neue Massen-Sendungsart „Warenpost“ ein. Sie bietet bei Vertragsabschluß Sendungsverfolgung und verlangt preisabgestuft Mindestmengen (200 bzw 1000 Stück pro Jahr). Bezahlformen sind auch hier nurmehr Internetmarke, DV-Freimachung und sonstige automatische Frankierungen.

Mehr Übersicht: Im zuletzt veröffentlichten Beitrag „Neu: Dialogpost-Inhalte… / Mit BÜWA kennzeichnen“ finden Sie sämtliche Entgelte für die beiden Sendungsarten sowie des jetzt vereinheitlichten Produktes. Zu diesem 1. Januar hat die Post zwei Mitteilungen zur Internationalen Post veröffentlicht. Sie finden diese Dokumente hier als angehängte pdf-Dateien. — Philatelie-Digital 12-2019

 PDF-Dokumente bitte herunterladen: Preisblatt Brief International 1.1.2020 und Preisblatt Brief International 1.7.2019 und Bücher- u. Warensdgn Übergangsfrist_PM 26.9.2019