Kategorie-Archiv: Deutschland aktuell

Deutsche Post: Alles Neue zum 1. Januar 2020 (2) – Frachtpost teils teurer

Nach mindestens drei Jahren Preisstabilität verändern sich die Online- und Filialpreise für einzelne nationale Paketprodukte und weitere Angebote im Frachtdienst. Die guten Nachrichten zuerst: Die Entgelte für das Kleinpäckchen (XS) und das wohl am meisten am Schalter aufgegebene Paket, das bis 5 kg, bleiben unverändert bei 3,79 Euro bzw. 7,49 Euro.

Jedoch verteuern sich u.a. die Filial-, also die Preise bei Schalteraufgabe für das Normalpäckchen („M“) von 4,50 Euro auf 4,79 Euro und für das Online-Paket 5 kg von 5,99 Euro auf 6,49 Euro. Auch das Online-Päckchen M wird um 10 Cent teurer (4,49 €).

Bei dem im angehängten pdf-Dokument ausgewiesenen „Pluspäckchen“ handelt es sich, wie Philatelie-Digital aus Bonn erfuhr, um ein zeitlich begrenztes Weihnachtsangebot. Die Sendungsform wurde bekanntlich schon vor vielen Jahren abgeschafft.

Für den Bedarfspostsammler geht der Kelch einer neuen Kleinpäckchenmarke also erst einmal vorüber, doch wird die Post die Gelegenheit nutzen, eine 4,79-€-Blumenmarke an die Schalter zu bringen. Es geht also auch 2020 beim Neuheitenerwerb teuer los. — Philatelie-Digital 12-2019

PDF-Dokument bitte herunterladen: DHL-Frachtpreise 1.1.2020

 

Deutsche Post: Alles Neue zum 1. Januar 2020 (1) – Bücher- und Warensendungen-national

Ab morgen, dem 1. Januar, sind die schon im letzten Sommer angekündigten Entgelte der neuen, vereinheitlichten nationalen Sendungsart „Bücher- und Warensendung national“ endgültig zu entrichten. Sie waren schon für den 1. Juli 2019 vorgesehen, doch setzte die Post aufgrund von Protesten u.a. aus dem Buchhandel das Inkraftreten der neuen Entgelte für die Dauer von sechs Monaten aus. Das Entgelt bis Sendungen bis 500g beträgt 190 Cent, bis 1000g 220 Cent.

   W.-Sdg-Groß vom 11.18.2019

Entscheidend an der neuen Sendungsart ist die stark vermindete Sendungshöhe von fünf Zentimetern (bisher 15 cm) bei beiden Gewichtsoptionen. Diese um zehn Zentimeter weniger zulässige Sendungshöhe zwingt bei fraglichen Sendungen zum Versand in teureren Päckchen oder als Paket (Einzelheiten hierzu s. Beitrag „Büchersendung“ von 120 Pf auf 190 Pf“ (PhilDig 5/19; dort Dok. Pr-Mitt. der DP). An dieser Stelle ist festzuhalten, daß es anders als im Auslandsdienst keine Onlineversandoption für Einzelsendungen („Warenpost“; bezahlbar nur mit Internetmarke) gibt.

Fazit: Die seit dem 1. Juli 2018 geltenden Preise von 120 Cent für „Büchersendungen“ (bis 500g) und 170 Cent (501-1000g) bzw. für „Warensendungen“ zu 130 Cent (bis 50g; Nennwert nur als ATM!) und 220 Cent (51-500g) hatten eine effektive Laufzeit bis 31. Dezember 2019. Doch die Praxis am Schalter sah in den vergangenen Monaten wohl anders aus. Versender von „Büchersendungen“ wie die BDPh-ArGe RSV e.V. verschickten ihre Rundbriefe (bis 500g) zum teureren Großbriefentgelt (155 c). Philatelie-Digital ist nicht bekannt, daß die Post ihren Annahmestellen intern diese Möglichkeit als Angebotsvariante „angewiesen“ hätte im Falle, daß die Einlieferer die noch teurere, aber zeitlich aufgeschobene Variante „190 Cent“ nicht akzeptieren wollten. Die Post hat also in den vergangenen sechs Monaten die Versender schlichtweg abkassiert.

 
  Rundbrief, als Großbrief versandt, 18.12.2019


Rundbrief zum ermäß. Entgelt, 19.6.2019

Was die „alten“ Warensendungsentgelte (130c/220c) betrifft, könnte Bonn dieses Spielchen ebenso durchgezogen haben. Andererseits ist die Realität längst die, daß diese beiden ermäßigten Sendungsarten insbesondere seit Einführung der Online-Bezahlformen (Stampit 2001, Nachfolger Frankit, Internetmarke 2009) bei ohnehin schon viele Jahrzehnte zulässiger DV-Freimachung (DV=Datenverarbeitung) überwiegend markenlos in den Versand gingen. Das wird noch mehr auf das neue vereinheitlichte Produkt vom 1. Juli 2019 zutreffen.

Anzumerken ist hier außerdem, daß seit Preisverzeichnis Stand 1.1.2016 im Abschnitt „Mengenversand“ (!?) die Post zusätzlich die beiden Optionen „Maxi bis 1000g, H 5 cm“ (220 c) und „Maxi bis 1000g, H 15 cm(!) (235 c) anführte. Sie haben sich mit dem 1. Juli 2019 erledigt. Mit diesem Datum führte die Post für den nationalen Markt aber die neue Massen-Sendungsart „Warenpost“ ein. Sie bietet bei Vertragsabschluß Sendungsverfolgung und verlangt preisabgestuft Mindestmengen (200 bzw 1000 Stück pro Jahr). Bezahlformen sind auch hier nurmehr Internetmarke, DV-Freimachung und sonstige automatische Frankierungen.

Mehr Übersicht: Im zuletzt veröffentlichten Beitrag „Neu: Dialogpost-Inhalte… / Mit BÜWA kennzeichnen“ finden Sie sämtliche Entgelte für die beiden Sendungsarten sowie des jetzt vereinheitlichten Produktes. Zu diesem 1. Januar hat die Post zwei Mitteilungen zur Internationalen Post veröffentlicht. Sie finden diese Dokumente hier als angehängte pdf-Dateien. — Philatelie-Digital 12-2019

 PDF-Dokumente bitte herunterladen: Preisblatt Brief International 1.1.2020 und Preisblatt Brief International 1.7.2019 und Bücher- u. Warensdgn Übergangsfrist_PM 26.9.2019

Intern. Briefmarken-Börse Sindelfingen 24.-26. Oktober 2019

In einer Woche ist es für den internationalen Sammler- und Händlertreff wieder soweit. „Sindelfingen“ öffnet wie alljährlich seine Tore. Philatelie-Digital hat die wichtigsten Informationen zusammengestellt (pdf-Dateien) und wünscht allen Besuchern und Ausstellern einträgliche Börsentage – und vor allem gute Stimmung!

Sammler, Neu- und Wiedereinsteiger finden wie immer ein reichhaltiges Angebot vor: Briefmarken, Briefe, Ansichtskarten und Ganzsachen, hochwertiges Zubehör vom Album bis zur aktuellsten Sammel-Software. Zahlreiche Händler, Postverwaltungen, Auktionshäuser und Fachverlage machen ihre Aufwartung. Und natürlich ist wieder die Deutsche Post mit ihrem gewohnt umfangreichen Angebot präsent.

Über 35 Arbeitsgemeinschaften und Verbände nutzen Sindelfingen diesmal und freuen sich an ihren Ständen auf Besucher, sie sind gewappnet für große und kleine fachliche Anliegen. Im Wettbewerb „Goldenes Posthorn“ konkurrieren wie immer hochkarätige postgeschichtliche Sammlungen um den 1. Preis.

Auf Kunstinteressierte wartet die bei Christoph Gärtner (Ludwigsburg) vor einiger Zeit für viel Geld versteigerte Bildkarte des Malers Picasso mit ihrem handgemalten Gruß an den Freund und Dichter Apollinaire. Zu sehen ist diese Kleinstzeichnung (die nur auf dieser Ansichtskarte existiert) am Stand des Landesverbandes Südwestdeutscher Briefmarkensammler-Vereine im „Zentrum Philatelie“ (Messe-Empore). Zusätzlich stellt der LV noch eine Picasso-Motivsammlung in mehreren Rahmen aus.

Für ganz junge Sammler gibt es die „Haustiertage“, der Landesring Süd-West verantwortet diesen über die gesamten Messetage dauernden Veranstaltungsteil. Des weiteren die JUGEND-ERSTE-HILFE-TAGE; sie werden in Partnerschaft mit der Motivgemeinschaft Rotes Kreuz e. V. und Deutsches Rotes Kreuz durchgeführt.

Ort: Messe Sindelfingen
Öffnungszeiten:
Do – Fr 10 – 18 Uhr
Sa 10 – 16 Uhr
Eintritt frei

Anreise mit dem Auto: Singen, Abfahrt Sindelfingen, Messegelände Mahdentalstraße. – Kostenloser Pendelbusverkehr ab S-Vaihingen.

Vollständige Beiträge im Pdf-Format bitte herunterladen: Ausstellerliste,  Postgeschichte Live Symposium 2019 und Postgeschichte Live – Programm 2019_

–– Philatelie-Digital 10/2019

Phantastische DDR-Bedarfspost bei Jennes & Klüttermann

   DDR 731 (2), MeF, auf Eil-Wertbrief 5.7.1960

   DDR 771, EF, auf Wirtschaftsdrucksache 25.6.61

   DDR 865, EF, auf Drucksache-Ausland, Luftpost

Der Schreiber kommt leider ein bißchen (sehr) spät mit dieser Meldung, aber ein sehr hartnäckiges und ihn immer wieder für Tage lahmlegendes Rückenleiden (einmal im Jahr, paradoxerweise meist zur warmen Jahreszeit!) machte es unmöglich, sich a) auf Gedrucktes einzulassen und b) einen schweren Auktionskatalog in die Hand zu nehmen und durchzublättern (Dieses haptische Erlebnis zieht der Schreiber einem Online-Katalog immer noch vor!). Leidensgenossen wissen, was passiert, wenn Gewichte die Körperbalance nur um Millimeter beeinträchtigen…

Das ändert aber alles nichts daran, daß die 75. Auktion von Jennes & Klüttermann (Köln) an diesem 3. August 2019 DDR-Briefpreziosen bereithält, wie man sie in dieser Fülle lange nicht mehr gesehen hat.  Die Losnummern 8408 bis 8687 haben es schwer in sich! Eine beeindruckende Sammlung wird von den Kölnern aufgelöst, der Name Sammlers wird dabei jedoch nicht genannt. Die Ausrufe für die überwiegende Zahl der Einzelfrankaturen (EF) sind maßvoll, bei Mehrfachfrankaturen (MeF) allerdings reden J&K sozusagen Tacheles. Viele DDR-MeF, portorichtig natürlich, sind in aller Regel ein schwieriges Feld und überzeugende und noch dazu portorichtige Stücke sind grundsätzlich selten. Seltener als die meisten Bund-MeF.

Ins Auge fällt dem aufmerksamen DDR-Briefpostsammler so ziemlich alles, dem Schreiber insbesondere diese drei Stücke, unter denen die 15 Pf „Fischotter“ aus dem „Porzellan-Meissen“-Satz von 1960 einen besonderen Nostalgiewert besitzt. Denn wer unter den jungen-älteren Sammlern(!) erinnert sich nicht an die Auswahlhefte von UNIPHIL aus Freilassung, wo der Anfänger mit wenig Groschen im Portemonnaie diesen Satz gestempelt vorfand, weil der ihn irgendwie beeindruckte und meist auch am Anfang des Auswahlheftes zu finden war und der sich dann irgendwann später, nach dem Kauf des ersten Markenkataloges, mit Entsetzen als Lückensatz entpuppte. „Lücken-Philatelie“ der 60er –  die wertvollen und teuren Sperrwerte (verknappte Auflage) machten es möglich. Aber wie Auktionen in den letzten Jahren bewiesen, wurden auch Sperrwerte für die Freimachung genutzt. Aber es sind seltene Stücke bis heute.

Wer sich noch „einklinken“ will ins Online-Angebot, hier die Adresse: https://www.jennes-und-kluettermann.de/ng/75/p86_stgb.php. Philatelie-Digital wünscht viel Bieterglück! — Philatelie-Digital 8/2019

Tarif 1. Juli 2019: Nachtrag (III) – Dialogpost teurer

Wie einer von der dts Nachrichtenagentur (Halle/S) am 4. Juli verbreiteten Meldung zu entnehmen ist, müssen die Großkunden der Deutschen Post erst ab neuem Jahr mit einer Verteuerung ihrer stark ermäßigten Briefpreise rechnen. Änderungen betreffen nach diesem Bericht dann auch die Dialogpost, ein „2,2 Mrd. schwerer Geschäftsbereich“. So werde sich das Entgelt für die Standardsendung (20g) um 2 Cent auf 30 Cent erhöhen. Es ist anzunehmen, daß sich auch die übrigen Gewichtssegmente verteuern, wie sicherlich auch die Preise für Sendungen nach internationalen Zielen.

Die Dialogpost ist bei ihrer Mindesteinlieferungsmenge von 4000 Stück bundesweit oder 200 Stück je Leitbereich (ersten zwei Ziffern der PLZ) nicht Gegenstand der Post-Universaldienst- leistungsverordnung (PUDLV). Wie dts meldet, soll die Mindestmenge, was eine bundesweit gestreute Einlieferung betrifft, fortan 5000 Stück betragen.

Die 28-Cent-Massendrucksache ist also am 1. Januar 2020 passé, das gilt auch für die Plus-Ganzsachen in dieser Wertstufe.

   Großbrief, 2015, mit 144-c-Freimachung.

Kulanzfrist endgültig beendet

Zahlreichen Presseberichten vom 4. Juli war zu entnehmen, daß die Deutsche Post seit jenem Donnerstag (oder vielleicht auch schon Mittwoch) unterfrankierte, nach altem Tarif freigemachte Sendungen nicht mehr durchgehen läßt. In diesem Sinne gibt der „Münchner Merkur“ einen Postsprecher wieder, der des weiteren anmerkte, daß die Post fortan solche Sendungen zurückgebe (womit er wohl die Schalteraufgabe gemeint hat) oder beim Empfänger Nachentgelt verlangen werde. Beim Standardbrief sind das bekanntlich 70 Cent Einziehungsentgelt, bei Groß- und Maxisendungen sowie Bücher-/Warensendungen 200 Cent, hinzu kommt das jeweils fehlende Porto.

Eine nie aufgehobene Sonderregelung hier dazu datiert auf den 1. Januar 2006. Damals wurde das Entgelt für den (nationalen) Großbrief von 144 Cent auf 145 Cent „vereinfacht“. Mit den zahlreich erschienenen Marken in alter Nominale freigemachte Sendungen hätten um 1 Cent ergänzt werden müssen. Diesen Wert gab es nur in einem ATM-Drucker, der wiederum nicht jedem Postkunden zur Verfügung stand. Die Post erließ intern die pragmatische Regelung, solche Sendungen nicht zu beanstanden. Grundsätzlich galt sie fort bis zum vergangenen 30. Juni. Seit dem 1. Juli 2019 kostet der Großbrief 155 Cent. Damit hat sich die Kulanzregelung vom 1. Januar 2006 endgültig erledigt.

Was die Kulanz dieser Juli-Tage nun betrifft, ist auch sie einzig für den Briefpostsammler wirklich interessant. Er wird von unterfrankierten Sendungen mit Poststempel bis 3. Juli nicht sprechen können. Neu ist das Ganze allerdings auch nicht. Seit jeher hat die Post so verfahren, und als es die DBP noch gab, machte selbige sogar in ihrem Amtsblatt darauf aufmerksam! – – Philatelie-Digital 8/2019

Dokument bitte herunterladen: PUDLV – Post-Universaldienstleistungsverordnung

Tarif 1.7.2019: Neues zur Internetmarke

                                                                      Unzulässiger Markenmix. Nicht aufgefallen! Und das bei einem R-Brief, einer Schaltersendung!

Der 1. Juli 2019 beschert nicht nur neue ATM-Sets und zahlreiche neue Nominalen innerhalb der „Blumen“-Dauerserie und, weil´s so schön läuft, auch gleich noch einen teuren Gedenkblock  (Mondlandung). Für den Internet-Dauerkunden ist auch etwas „drin“. Im Newsletter der Deutschen Post vom 2. Juli erfährt er praktische Tips für die Frankierung seiner Briefsendungen mit diesen Online-Wertzeichen.

Philatelie-Digital gibt diese Online-Pressemitteilung jedoch aus einem weiterführenden Grunde wieder. Denn es erreichen den Autor immer wieder Anfragen zur Freimachung mit den 2008 eingeführten Wertzeichen. Auf Verkaufsplattformen werden die irrigen Auffassungen dazu genutzt, unwissende Sammler mit „Brief-Raritäten“, die keine sind, übers Ohr zu hauen: Ist es zulässig, wie jetzt, wo neue Briefentgelte zur Auffrankierung Anlaß geben, zur Internetmarke portoergänzend Briefmarken hinzukleben? Nein, ist es nicht! Sehr wohl aber können Internetmarken auf Briefsendungen mit Ziel Ausland verwendet werden. Das ist keine Selbstverständlichkeit aus Weltpostvereinssicht – immerhin fehlt diesen Marken die Herkunftsbezeichnung „Deutschland“. Doch die Bonner Post hat hierzu wie für seine Marken-Individuell eine Regelung mit Bern gefunden. – – Philatelie-Digital 8/2019

Post-Presse-Mitteilung (pdf) bitte herunterladen: Internetmarke – Tarif 1.7.2019 – PrMitt. Deutsche Post 2.7.2019_

Postentgelte 1. Juli 2019 (Nachtrag)

   Das neue Preisverzeichnis ist ab sofort kostenlos erhältlich.

Das Wichtigste im Nachgang der Meldung vom Juni: Zur Freude vieler Briefmarkenversender in Deutschland bleibt das Grundentgelt für das Übergabe-Einschreiben stabil.

Übergabe-Einschreiben „gesplittet“
Das wurde Philatelie-Digital aus Bonn schon am 27. Juni bestätigt, in dem vorab zugeleiteten Entgelteheft „Leistungen und Preise“, Stand: 1.7.2019 (s. Abb.) finden sich die fraglichen 2,50 Euro wieder. Damit aber bricht die Post eine seit 1. Januar 18(!)75 geltende Tradition in Deutschland – der Gebührengleichheit im In- und Auslandsdienst. Vereinfachung bzw. Kundenfreundlichkeit gilt in diesem Fall nicht mehr. Die Post gibt als Begründung stark gestiegene Kosten im Auslandsversand an.

Ein nationales Übergabe-Einschreiben bis 20 g kostet ab Juli 3,30 Euro (bisher 3,20), eines ins Ausland 4,60 Euro (3,40). Gleich bleibt, daß bei Markenfreimachung bzw. Schalterkauf mit mindestens zwei Werten gestückelt werden muß. An den noch funktionierenden (1200) Automatendruckern kann man sich natürlich mit einer Marke über die Wahltaste bedienen. Man muß dann nur noch das Glück haben, eine Poststelle mit dem Verkaufsgerät zu finden!

  Neuer Standardbriefwert, Motiv „Kapuzinerkresse“

Über die übrigen und leicht angehobenen Einschreib-Entgelte hat Philatelie-Digital schon berichtet. Dem Sachzwang folgend ist weiterhin die preiswertere Leistung „Einschreiben-Einwurf“ nur im Inland zulässig.

Gesplittete Preise gibt es nach Abschaffung bzw. Vereinheitlichung am 1. Januar 2011 auch bei der Sendungsart „Postkarte“. National kostet sie 60 Cent, zu internationalen Zielen 95 Cent. Wer die in Weiden seit langem ausverkaufte „Sonnenblumen“-Dauermarke (Mi. 2434; 2005) noch vorrätig hat, kann sie jetzt ohne Umstände aufbrauchen. Die Neuheit war damals, 2005, nur ein Jahr lang auf Kompaktbrief National/International in Einzelverwendung möglich. Eine mittlerweile interessante Brief-Einzelfrankatur – in Rollen- wie in Bogenerhaltung!

Der am 1. Februar 2017 eingeführte Zusatzdienst „PRIO“ verteuert sich von 90 Cent auf 100 Cent. Eine neue Dauermarke sollte hier bei zwei Ausgaben zu dieser Nominale entfallen können. Aber wer weiß! Wer vielleicht ein wenig aus der Gebühren-/Sendungsmaterie „raus“ ist und nach dem Eilbrief International sucht: Diese Zusatzleistung wurde zum 1.1.2018 abgeschafft!

Natürlich verteuert sich mit der Änderung der Postkarten/Briefentgelte die ganze Bandbreite an Plusbriefen (Ganzsachen = mit eingedruckte Wertstempel). Das gilt auch für die Plusbriefe-Warenpack (Anmerkung: Die Liaison mit Ebay hat hier die Post ja schon vor einiger Zeit aufgegeben – aber wen interessieren diese Ganzsachen schon? Leider, könnte Philatelie-Digital sagen, andererseits: zuviel ist zuviel!).

  Toll gestempelte „Sonnenblume“ (2005). Jetzt erneut nützlich!

Zu den übrigen Basisentgelten
Mit durchgängig veränderten Preisen im Segment National wird es, wie schon angekündigt, neue Dauermarken „regnen“: 60 Cent, 80 Cent (Standardbrief), 95 Cent (Kompakt), 155 Cent (Groß) und 270 Cent (Maxi). Was die Auslandspreise betrifft, dürfte sich die Deutsche Post AG beim Kompaktentgelt 110 Cent wie bisher über Sondermarken schadlos halten (170 c Kompakt, bisher 150 c). Die Entgelte für Groß und Maxi blieben erfreulicherweise stabil. Jedoch ist mit einer Blumenneuheit zu 110 Cent beim Standardbrief-Ausland zu rechnen (bisher 90 c, „Johanniskraut“ sowie „Narzisse“ = Aufbrauch des 2006 ersch. Wertes) .

Hinsichtlich der – vereinheitlichten – Preise für „Bücher- und Warensendungen national“ wurde bereits alles gesagt, die neuen Preise (190 / 220 c, bis 500/1000g) treten erst am 1. Januar 2020 in Kraft.

Daß sich im Falle DHL Express (keine Markenfrankierung) nur das nationale Angebot teils happig verteuert und international nicht, kann nur bedeuten, daß die Post hier bei ihren im „Klau-Modus“ sich befindenden Briefzentren die Sorge ihrer Kunden um Sicherheit gut bezahlen lassen will!

Auch vieles stabil geblieben
Bleiben wir bei den zuvor genannten ermäßigten Sendungsarten, hier ins Ausland. Neu ist hier lediglich nach der Option „Tracked“ (Online-Sendungsverfolgung) die Option „mit Unterschrift“. Sie wird gewiß dem Sicherheitsanspruch des Buchhandels usw. gerecht, aber sie kostet natürlich. Beispiel: 500-g-Warenpost XS 3,20 Euro, „mit“ 5,70 Euro. Bemerkenswert ist, daß die Post beim Auslands-Bücherversand „“Presse International“ weiterhin die gesonderten Sendungsqualitäten „Priority“ und „Economy“ anbietet. Für beide ist weiterhin Markenfrankierung zulässig, doch tritt hier bei Gewichtsstufen bis 500g, 1000g und 2000g die Internetmarke seit ihrer Einführung Mitte 2008 als starker Konkurrent auf, zusätzlich zu anderen Barbezahlungsformen (DV, Frankit, Kilotarif/Ermäß.).

Stabil blieben auch die Preise für den Internationalen Antwortschein (IAS, 2 €), die Geldeinziehung bei unzureichender Freimachung (bar), die Nachnahme (nat./intern.; nur international mit Nettofreimachung, also Teil-Markenfrankatur möglich), die Postzustellungsurkunde (markenfrankierbar! neben einem ZU-Label) und den Lagerservice (Barverfahren). Letztere Bezahlform gilt seit jeher auch für die Nachsendung, die sich jedoch stark verteuerte: bei 6-Monats-Frist für Privatkunden von 19,90 auf 29,90 €, für Geschäftskunden von 34,90 auf 49,90 Euro.

Stabil blieben auch sämtliche Entgelte der Sendungsart „Dialogpost“ (einst „Massendrucksache“, dann „Infopost“) sowie bei den mit Briefmarken frankierbaren Päckchen National und International. Im Frachtdienst teurer wurde das Schalterpaket national bis 5 kg: 7,49 €, bisher 6,99 € (Rollenmarke 1,79 €/1,50 €). Frachtentgelte sind jedoch nicht durch die Bundesnetzagentur genehmigungspflichtig. Bedeutet: Mit einer Erhöhung hier ist immer zu rechnen, vielleicht sogar noch in diesem Jahr, bevorzugter Monat: der September. Mit einer Erhöhung jetzt zum Juli wollte die Post auf jeden Fall vermeiden, noch mehr Öl ins Wasser zu vergießen. — Philatelie-Digital 7/2019