Intern. Briefmarken-Börse Sindelfingen 24.-26. Oktober 2019

In einer Woche ist es für den internationalen Sammler- und Händlertreff wieder soweit. „Sindelfingen“ öffnet wie alljährlich seine Tore. Philatelie-Digital hat die wichtigsten Informationen zusammengestellt (pdf-Dateien) und wünscht allen Besuchern und Ausstellern einträgliche Börsentage – und vor allem gute Stimmung!

Sammler, Neu- und Wiedereinsteiger finden wie immer ein reichhaltiges Angebot vor: Briefmarken, Briefe, Ansichtskarten und Ganzsachen, hochwertiges Zubehör vom Album bis zur aktuellsten Sammel-Software. Zahlreiche Händler, Postverwaltungen, Auktionshäuser und Fachverlage machen ihre Aufwartung. Und natürlich ist wieder die Deutsche Post mit ihrem gewohnt umfangreichen Angebot präsent.

Über 35 Arbeitsgemeinschaften und Verbände nutzen Sindelfingen diesmal und freuen sich an ihren Ständen auf Besucher, sie sind gewappnet für große und kleine fachliche Anliegen. Im Wettbewerb „Goldenes Posthorn“ konkurrieren wie immer hochkarätige postgeschichtliche Sammlungen um den 1. Preis.

Auf Kunstinteressierte wartet die bei Christoph Gärtner (Ludwigsburg) vor einiger Zeit für viel Geld versteigerte Bildkarte des Malers Picasso mit ihrem handgemalten Gruß an den Freund und Dichter Apollinaire. Zu sehen ist diese Kleinstzeichnung (die nur auf dieser Ansichtskarte existiert) am Stand des Landesverbandes Südwestdeutscher Briefmarkensammler-Vereine im „Zentrum Philatelie“ (Messe-Empore). Zusätzlich stellt der LV noch eine Picasso-Motivsammlung in mehreren Rahmen aus.

Für ganz junge Sammler gibt es die „Haustiertage“, der Landesring Süd-West verantwortet diesen über die gesamten Messetage dauernden Veranstaltungsteil. Des weiteren die JUGEND-ERSTE-HILFE-TAGE; sie werden in Partnerschaft mit der Motivgemeinschaft Rotes Kreuz e. V. und Deutsches Rotes Kreuz durchgeführt.

Ort: Messe Sindelfingen
Öffnungszeiten:
Do – Fr 10 – 18 Uhr
Sa 10 – 16 Uhr
Eintritt frei

Anreise mit dem Auto: Singen, Abfahrt Sindelfingen, Messegelände Mahdentalstraße. – Kostenloser Pendelbusverkehr ab S-Vaihingen.

Vollständige Beiträge im Pdf-Format bitte herunterladen: Ausstellerliste,  Postgeschichte Live Symposium 2019 und Postgeschichte Live – Programm 2019_

–– Philatelie-Digital 10/2019

Heavy-Metal-Fans stehen auf „Gelb“

   „Gelbe Oase“ im Gewumme zwischen Screaming und Shouting

Der private Brief, die Postkarte – beide vor der völligen Bedeutungslosigkeit? Nicht so in in dem schleswig-holsteinischen Dorf Wacken während des alljährlichen, inzwischen legendären Heavy-Metal-Festivals! — Philatelie-Digital 9/2019, Ordner „Angemerkt“

Post-Presse-Mitt. vom 5.8.2019 bitte herunterladen: Metalheads lieben Postkarten_

Phantastische DDR-Bedarfspost bei Jennes & Klüttermann

   DDR 731 (2), MeF, auf Eil-Wertbrief 5.7.1960

   DDR 771, EF, auf Wirtschaftsdrucksache 25.6.61

   DDR 865, EF, auf Drucksache-Ausland, Luftpost

Der Schreiber kommt leider ein bißchen (sehr) spät mit dieser Meldung, aber ein sehr hartnäckiges und ihn immer wieder für Tage lahmlegendes Rückenleiden (einmal im Jahr, paradoxerweise meist zur warmen Jahreszeit!) machte es unmöglich, sich a) auf Gedrucktes einzulassen und b) einen schweren Auktionskatalog in die Hand zu nehmen und durchzublättern (Dieses haptische Erlebnis zieht der Schreiber einem Online-Katalog immer noch vor!). Leidensgenossen wissen, was passiert, wenn Gewichte die Körperbalance nur um Millimeter beeinträchtigen…

Das ändert aber alles nichts daran, daß die 75. Auktion von Jennes & Klüttermann (Köln) an diesem 3. August 2019 DDR-Briefpreziosen bereithält, wie man sie in dieser Fülle lange nicht mehr gesehen hat.  Die Losnummern 8408 bis 8687 haben es schwer in sich! Eine beeindruckende Sammlung wird von den Kölnern aufgelöst, der Name Sammlers wird dabei jedoch nicht genannt. Die Ausrufe für die überwiegende Zahl der Einzelfrankaturen (EF) sind maßvoll, bei Mehrfachfrankaturen (MeF) allerdings reden J&K sozusagen Tacheles. Viele DDR-MeF, portorichtig natürlich, sind in aller Regel ein schwieriges Feld und überzeugende und noch dazu portorichtige Stücke sind grundsätzlich selten. Seltener als die meisten Bund-MeF.

Ins Auge fällt dem aufmerksamen DDR-Briefpostsammler so ziemlich alles, dem Schreiber insbesondere diese drei Stücke, unter denen die 15 Pf „Fischotter“ aus dem „Porzellan-Meissen“-Satz von 1960 einen besonderen Nostalgiewert besitzt. Denn wer unter den jungen-älteren Sammlern(!) erinnert sich nicht an die Auswahlhefte von UNIPHIL aus Freilassung, wo der Anfänger mit wenig Groschen im Portemonnaie diesen Satz gestempelt vorfand, weil der ihn irgendwie beeindruckte und meist auch am Anfang des Auswahlheftes zu finden war und der sich dann irgendwann später, nach dem Kauf des ersten Markenkataloges, mit Entsetzen als Lückensatz entpuppte. „Lücken-Philatelie“ der 60er –  die wertvollen und teuren Sperrwerte (verknappte Auflage) machten es möglich. Aber wie Auktionen in den letzten Jahren bewiesen, wurden auch Sperrwerte für die Freimachung genutzt. Aber es sind seltene Stücke bis heute.

Wer sich noch „einklinken“ will ins Online-Angebot, hier die Adresse: https://www.jennes-und-kluettermann.de/ng/75/p86_stgb.php. Philatelie-Digital wünscht viel Bieterglück! — Philatelie-Digital 8/2019

Tarif 1. Juli 2019: Nachtrag (III) – Dialogpost teurer

Wie einer von der dts Nachrichtenagentur (Halle/S) am 4. Juli verbreiteten Meldung zu entnehmen ist, müssen die Großkunden der Deutschen Post erst ab neuem Jahr mit einer Verteuerung ihrer stark ermäßigten Briefpreise rechnen. Änderungen betreffen nach diesem Bericht dann auch die Dialogpost, ein „2,2 Mrd. schwerer Geschäftsbereich“. So werde sich das Entgelt für die Standardsendung (20g) um 2 Cent auf 30 Cent erhöhen. Es ist anzunehmen, daß sich auch die übrigen Gewichtssegmente verteuern, wie sicherlich auch die Preise für Sendungen nach internationalen Zielen.

Die Dialogpost ist bei ihrer Mindesteinlieferungsmenge von 4000 Stück bundesweit oder 200 Stück je Leitbereich (ersten zwei Ziffern der PLZ) nicht Gegenstand der Post-Universaldienst- leistungsverordnung (PUDLV). Wie dts meldet, soll die Mindestmenge, was eine bundesweit gestreute Einlieferung betrifft, fortan 5000 Stück betragen.

Die 28-Cent-Massendrucksache ist also am 1. Januar 2020 passé, das gilt auch für die Plus-Ganzsachen in dieser Wertstufe.

   Großbrief, 2015, mit 144-c-Freimachung.

Kulanzfrist endgültig beendet

Zahlreichen Presseberichten vom 4. Juli war zu entnehmen, daß die Deutsche Post seit jenem Donnerstag (oder vielleicht auch schon Mittwoch) unterfrankierte, nach altem Tarif freigemachte Sendungen nicht mehr durchgehen läßt. In diesem Sinne gibt der „Münchner Merkur“ einen Postsprecher wieder, der des weiteren anmerkte, daß die Post fortan solche Sendungen zurückgebe (womit er wohl die Schalteraufgabe gemeint hat) oder beim Empfänger Nachentgelt verlangen werde. Beim Standardbrief sind das bekanntlich 70 Cent Einziehungsentgelt, bei Groß- und Maxisendungen sowie Bücher-/Warensendungen 200 Cent, hinzu kommt das jeweils fehlende Porto.

Eine nie aufgehobene Sonderregelung hier dazu datiert auf den 1. Januar 2006. Damals wurde das Entgelt für den (nationalen) Großbrief von 144 Cent auf 145 Cent „vereinfacht“. Mit den zahlreich erschienenen Marken in alter Nominale freigemachte Sendungen hätten um 1 Cent ergänzt werden müssen. Diesen Wert gab es nur in einem ATM-Drucker, der wiederum nicht jedem Postkunden zur Verfügung stand. Die Post erließ intern die pragmatische Regelung, solche Sendungen nicht zu beanstanden. Grundsätzlich galt sie fort bis zum vergangenen 30. Juni. Seit dem 1. Juli 2019 kostet der Großbrief 155 Cent. Damit hat sich die Kulanzregelung vom 1. Januar 2006 endgültig erledigt.

Was die Kulanz dieser Juli-Tage nun betrifft, ist auch sie einzig für den Briefpostsammler wirklich interessant. Er wird von unterfrankierten Sendungen mit Poststempel bis 3. Juli nicht sprechen können. Neu ist das Ganze allerdings auch nicht. Seit jeher hat die Post so verfahren, und als es die DBP noch gab, machte selbige sogar in ihrem Amtsblatt darauf aufmerksam! – – Philatelie-Digital 8/2019

Dokument bitte herunterladen: PUDLV – Post-Universaldienstleistungsverordnung

Tarif 1.7.2019: Neues zur Internetmarke

                                                                      Unzulässiger Markenmix. Nicht aufgefallen! Und das bei einem R-Brief, einer Schaltersendung!

Der 1. Juli 2019 beschert nicht nur neue ATM-Sets und zahlreiche neue Nominalen innerhalb der „Blumen“-Dauerserie und, weil´s so schön läuft, auch gleich noch einen teuren Gedenkblock  (Mondlandung). Für den Internet-Dauerkunden ist auch etwas „drin“. Im Newsletter der Deutschen Post vom 2. Juli erfährt er praktische Tips für die Frankierung seiner Briefsendungen mit diesen Online-Wertzeichen.

Philatelie-Digital gibt diese Online-Pressemitteilung jedoch aus einem weiterführenden Grunde wieder. Denn es erreichen den Autor immer wieder Anfragen zur Freimachung mit den 2008 eingeführten Wertzeichen. Auf Verkaufsplattformen werden die irrigen Auffassungen dazu genutzt, unwissende Sammler mit „Brief-Raritäten“, die keine sind, übers Ohr zu hauen: Ist es zulässig, wie jetzt, wo neue Briefentgelte zur Auffrankierung Anlaß geben, zur Internetmarke portoergänzend Briefmarken hinzukleben? Nein, ist es nicht! Sehr wohl aber können Internetmarken auf Briefsendungen mit Ziel Ausland verwendet werden. Das ist keine Selbstverständlichkeit aus Weltpostvereinssicht – immerhin fehlt diesen Marken die Herkunftsbezeichnung „Deutschland“. Doch die Bonner Post hat hierzu wie für seine Marken-Individuell eine Regelung mit Bern gefunden. – – Philatelie-Digital 8/2019

Post-Presse-Mitteilung (pdf) bitte herunterladen: Internetmarke – Tarif 1.7.2019 – PrMitt. Deutsche Post 2.7.2019_

Postentgelte 1. Juli 2019 (Nachtrag)

   Das neue Preisverzeichnis ist ab sofort kostenlos erhältlich.

Das Wichtigste im Nachgang der Meldung vom Juni: Zur Freude vieler Briefmarkenversender in Deutschland bleibt das Grundentgelt für das Übergabe-Einschreiben stabil.

Übergabe-Einschreiben „gesplittet“
Das wurde Philatelie-Digital aus Bonn schon am 27. Juni bestätigt, in dem vorab zugeleiteten Entgelteheft „Leistungen und Preise“, Stand: 1.7.2019 (s. Abb.) finden sich die fraglichen 2,50 Euro wieder. Damit aber bricht die Post eine seit 1. Januar 18(!)75 geltende Tradition in Deutschland – der Gebührengleichheit im In- und Auslandsdienst. Vereinfachung bzw. Kundenfreundlichkeit gilt in diesem Fall nicht mehr. Die Post gibt als Begründung stark gestiegene Kosten im Auslandsversand an.

Ein nationales Übergabe-Einschreiben bis 20 g kostet ab Juli 3,30 Euro (bisher 3,20), eines ins Ausland 4,60 Euro (3,40). Gleich bleibt, daß bei Markenfreimachung bzw. Schalterkauf mit mindestens zwei Werten gestückelt werden muß. An den noch funktionierenden (1200) Automatendruckern kann man sich natürlich mit einer Marke über die Wahltaste bedienen. Man muß dann nur noch das Glück haben, eine Poststelle mit dem Verkaufsgerät zu finden!

  Neuer Standardbriefwert, Motiv „Kapuzinerkresse“

Über die übrigen und leicht angehobenen Einschreib-Entgelte hat Philatelie-Digital schon berichtet. Dem Sachzwang folgend ist weiterhin die preiswertere Leistung „Einschreiben-Einwurf“ nur im Inland zulässig.

Gesplittete Preise gibt es nach Abschaffung bzw. Vereinheitlichung am 1. Januar 2011 auch bei der Sendungsart „Postkarte“. National kostet sie 60 Cent, zu internationalen Zielen 95 Cent. Wer die in Weiden seit langem ausverkaufte „Sonnenblumen“-Dauermarke (Mi. 2434; 2005) noch vorrätig hat, kann sie jetzt ohne Umstände aufbrauchen. Die Neuheit war damals, 2005, nur ein Jahr lang auf Kompaktbrief National/International in Einzelverwendung möglich. Eine mittlerweile interessante Brief-Einzelfrankatur – in Rollen- wie in Bogenerhaltung!

Der am 1. Februar 2017 eingeführte Zusatzdienst „PRIO“ verteuert sich von 90 Cent auf 100 Cent. Eine neue Dauermarke sollte hier bei zwei Ausgaben zu dieser Nominale entfallen können. Aber wer weiß! Wer vielleicht ein wenig aus der Gebühren-/Sendungsmaterie „raus“ ist und nach dem Eilbrief International sucht: Diese Zusatzleistung wurde zum 1.1.2018 abgeschafft!

Natürlich verteuert sich mit der Änderung der Postkarten/Briefentgelte die ganze Bandbreite an Plusbriefen (Ganzsachen = mit eingedruckte Wertstempel). Das gilt auch für die Plusbriefe-Warenpack (Anmerkung: Die Liaison mit Ebay hat hier die Post ja schon vor einiger Zeit aufgegeben – aber wen interessieren diese Ganzsachen schon? Leider, könnte Philatelie-Digital sagen, andererseits: zuviel ist zuviel!).

  Toll gestempelte „Sonnenblume“ (2005). Jetzt erneut nützlich!

Zu den übrigen Basisentgelten
Mit durchgängig veränderten Preisen im Segment National wird es, wie schon angekündigt, neue Dauermarken „regnen“: 60 Cent, 80 Cent (Standardbrief), 95 Cent (Kompakt), 155 Cent (Groß) und 270 Cent (Maxi). Was die Auslandspreise betrifft, dürfte sich die Deutsche Post AG beim Kompaktentgelt 110 Cent wie bisher über Sondermarken schadlos halten (170 c Kompakt, bisher 150 c). Die Entgelte für Groß und Maxi blieben erfreulicherweise stabil. Jedoch ist mit einer Blumenneuheit zu 110 Cent beim Standardbrief-Ausland zu rechnen (bisher 90 c, „Johanniskraut“ sowie „Narzisse“ = Aufbrauch des 2006 ersch. Wertes) .

Hinsichtlich der – vereinheitlichten – Preise für „Bücher- und Warensendungen national“ wurde bereits alles gesagt, die neuen Preise (190 / 220 c, bis 500/1000g) treten erst am 1. Januar 2020 in Kraft.

Daß sich im Falle DHL Express (keine Markenfrankierung) nur das nationale Angebot teils happig verteuert und international nicht, kann nur bedeuten, daß die Post hier bei ihren im „Klau-Modus“ sich befindenden Briefzentren die Sorge ihrer Kunden um Sicherheit gut bezahlen lassen will!

Auch vieles stabil geblieben
Bleiben wir bei den zuvor genannten ermäßigten Sendungsarten, hier ins Ausland. Neu ist hier lediglich nach der Option „Tracked“ (Online-Sendungsverfolgung) die Option „mit Unterschrift“. Sie wird gewiß dem Sicherheitsanspruch des Buchhandels usw. gerecht, aber sie kostet natürlich. Beispiel: 500-g-Warenpost XS 3,20 Euro, „mit“ 5,70 Euro. Bemerkenswert ist, daß die Post beim Auslands-Bücherversand „“Presse International“ weiterhin die gesonderten Sendungsqualitäten „Priority“ und „Economy“ anbietet. Für beide ist weiterhin Markenfrankierung zulässig, doch tritt hier bei Gewichtsstufen bis 500g, 1000g und 2000g die Internetmarke seit ihrer Einführung Mitte 2008 als starker Konkurrent auf, zusätzlich zu anderen Barbezahlungsformen (DV, Frankit, Kilotarif/Ermäß.).

Stabil blieben auch die Preise für den Internationalen Antwortschein (IAS, 2 €), die Geldeinziehung bei unzureichender Freimachung (bar), die Nachnahme (nat./intern.; nur international mit Nettofreimachung, also Teil-Markenfrankatur möglich), die Postzustellungsurkunde (markenfrankierbar! neben einem ZU-Label) und den Lagerservice (Barverfahren). Letztere Bezahlform gilt seit jeher auch für die Nachsendung, die sich jedoch stark verteuerte: bei 6-Monats-Frist für Privatkunden von 19,90 auf 29,90 €, für Geschäftskunden von 34,90 auf 49,90 Euro.

Stabil blieben auch sämtliche Entgelte der Sendungsart „Dialogpost“ (einst „Massendrucksache“, dann „Infopost“) sowie bei den mit Briefmarken frankierbaren Päckchen National und International. Im Frachtdienst teurer wurde das Schalterpaket national bis 5 kg: 7,49 €, bisher 6,99 € (Rollenmarke 1,79 €/1,50 €). Frachtentgelte sind jedoch nicht durch die Bundesnetzagentur genehmigungspflichtig. Bedeutet: Mit einer Erhöhung hier ist immer zu rechnen, vielleicht sogar noch in diesem Jahr, bevorzugter Monat: der September. Mit einer Erhöhung jetzt zum Juli wollte die Post auf jeden Fall vermeiden, noch mehr Öl ins Wasser zu vergießen. — Philatelie-Digital 7/2019

Post macht bei Bücher- und Warensendungen einen Rückzieher

Noch wird in diesem Lande, in dem wir gut und gerne leben (Merkel) nicht alles von „oben“ durchgedrückt, durchgereicht, durchgewirkt. Die Post nimmt ihre Entscheidung, zum kommenden 1. Juli auch die Entgelte für Bücher- und Warensendungen zu erhöhen (s. früheren Bericht auf diesen Seiten!) teilweise zurück, das heißt, sie erhöht bei aufschiebender Wirkung. Erst zum Jahresbeginn 2020 treten die neuen Preise in Kraft. In Ihrer Pressemitteilung vom 26. Juni (s. PDF) schreibt sie von „Herausforderungen“ für die Versender. Das ist das Niveau einer Lückenpresse.

Bei https://www.e-recht24.de/news/ findet der Autor diese Zeilen:

„Vor allem kleine und mittlere Buchhändler könnte die Preiserhöhung vor massive Probleme stellen, fürchtet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Um mit großen Online-Versendern mithalten zu können, seien sie auf bezahlbare Versandmöglichkeiten angewiesen. Gerade die Literatur abseits der Bestsellerlisten gelange häufig nur auf dem Postweg zum Leser. Damit leisteten Verlage und niedergelassene Händler einen wichtigen Beitrag für Kultur und Gesellschaft. Indem die Post das Produkt „Büchersendung“ quasi abschaffe, gefährde sie die Vielfalt des Buchmarktes.“

Und als hätte man es nicht anders erwarten können, befürchtet der Börsenverein noch dies:

„Darüber hinaus könnte die Portoerhöhung den unangefochtenen Marktführer weiter begünstigen (…). Denn laut Medienberichten gewähre die Post Amazon spezielle Konditionen und diskriminiere so Verlage und andere Buchhändler. Möglich sei all das nur, weil die Post ihre marktbeherrschende Stellung mißbrauche. Der Verband hat deshalb eine Beschwerde beim Kartellamt gegen die angekündigte Portoerhöhung eingereicht. Die Behörde solle den Sachverhalt untersuchen und einen fairen Markt für alle Beteiligten schaffen.“

So geht Appel-Post heute. – – Philatelie-Digital 7/2019

Dokument bitte herunterladen: Buecher- u Warensendung -Uebergangsfrist

Deutsche Post – einmal mehr bargeldlos / Eine Betrachtung

Die Deutsche Post erleichtert die Online-Versendung von Paketen. Diese Begrifflichkeit ist ganz sicher der Mehrzahl der privaten Postkunden noch immer eine völlig unverständliche Angelegenheit. Gibt man ein Paket auf, geht man zu „seiner Post“ (möglichst nicht zu Stoßzeiten) und bezahlt und schickt es ab. Schluß, aus. Online-Freimachung von Paketen ist aber seit Jahren schon preiswerter. Um sie noch einfacher (und attraktiver) zu machen, landet die Post jetzt den nächsten und – in sich – wirklich bemerkenswerten Coup. Doch was bedeutet er, worum geht es eigentlich? Ein bißchen Hintergründiges, meint der Autor, darf zur Erklärung schon mal sein. Zumal das, was jetzt passiert, den Kunden UNERBITTLICH als die Zukunft vorgestellt wird. – – Philatelie-Digital 7/2019, abgelegt im Ordner „Angemerkt“

Vollständige Beiträge (Eigenbeitrag; PrMitt.der Deutschen Post) im Pdf-Format bitte herunterladen: Deutsche Post – einmal mehr bargeldlos und Mobile Paketmarke – PrMitt Deutsche Post 6.6.2019

Neue Brief-Entgelte ab 1. Juli / Noch 1200 ATM-Drucker

Noch steht die Genehmigung durch die Bundesnetzagentur aus, aber es gilt allgemein als sicher, daß die heute, am 3. Juni, veröffentlichen Preisvorstellungen von der Kontrollbehörde angenommen werden. Die neuen Entgelte treten dann am kommenden 1. Juli in Kraft.

   60 Cent: 2014 Brief-, ab 1. Juli Postkartenwert

Was die die Gelbe Post jetzt mit ihrer ersten Preisübersicht mitteilt, sind die seit dem 1. Januar 2006 umfangreichsten Preisveränderungen. Unter ihnen ragen gewiß zwei bzw. drei Details besonders hervor. So bleibt, erstens, die Sendungsart „Postkarte“ mit eigenem und verglichen zum Standardbrief ermäßigten Preis weiterhin erhalten. Das ist inzwischen wohl einmalig in ganz Europa. Alle größeren Wirtschaftsnationen haben diese ermäßigte Versendung vor vielen Jahren abgeschafft. Auch im Osten Europas. so in Polen oder in der Tschechischen Republik, existiert dieses spezielle Preisangebot nicht.

Zweitens bzw. drittens ändern sich die „ältesten“ Sendungsentgelte. Besagte Postkarte-National konnte seit dem 1. Januar 2003 mit einem stabilen Preis (45 c) aufwarten,  der Großbrief (145 c) seit dem 1. Januar 2006. Fünfzehneinhalb bzw. zwölfeinhalb Jahre Gebührenstabilität – war für eine Preissicherheit für den Postkunden!

Für den Sammler, der schon beabsichtigte, seine Neuheitenkäufe bei Spezialware abzuspecken, wird der neue Posttarif zweifellos ins Geld gehen (Stücke aus Bogen, Heftchen, Rollen; GA-Umschläge „Plusbrief“; ATM-Wertespektrum). Mit weiteren zusätzlichen Kosten ist zu rechnen, weil die Post mit ihrer Unart, auch hohe Briefmarkennominalen geldscheffelnd auf Sondermarken unterzubringen, nicht aufhören wird.

Vorderhand entscheidend aber ist, daß sich alle fünf Basisentgelte National ändern bzw. steigen, ebenso die Grundentgelte für Prio und vor allem für die Zusatzdienste Einschreiben-Einwurf, Eigenhändig und Rückschein. Das Übergabe-Einschreiben-Entgelt jedoch gibt noch Rätsel auf. Denn es fehlt die Angabe des nationalen Preises (bislang 2,50 €). Im Auslandsdienst ist die Position genannt, mit üppigen neuen 3,50 Euro. Da es aber seit Heinrich-Stephans-Zeiten in Deutschland für das Einschreiben nie nach dem In-/Ausland differenzierte Preise gegeben hat, muß man vermuten, daß das Grundentgelt auch für die nationale Sendung 3,50 Euro beträgt. Aber vielleicht überrascht die Post ja hier noch mit der Meldung via Postentgeltheft eines unverändert gebliebenen Übergabe-R-Entgeltes!

  80 Cent: 2015 Auslandsporto, jetzt Inlandsbriefentgelt 

Was die genannten Sonderdienste betrifft, sollte hier der Kelch einer teuren Nominale innerhalb der Dauerserie „Blumen“ an den Sammlern vorbeigehen können, als hier ein neuer 220-c-Wert erst erschienen ist (11.10.2018; Mi. 3414). Gleiches gilt für das neue Prio-Grundentgelt zu 100 Cent (neuer Blumenwert 1.3.2018; Mi. 3365). Doch sehr unwahrscheinlich wird es sein, daß die Post mit einem Weiterdruck auf den bisherigen 80-Cent-Wert für das neue Inlandsstandardbrief-Entgelt zurückgreift. Die am 4. Dezember 2014 erschienene Blumenmarke (Mi. 3115) bediente 2015 das Entgelt für den Standardbrief-Ausland. Der Wert ist in 10er-Bogen-Erhaltung inzwischen ausverkauft und in die Sammlerspekulation geraten (Preise auf Plattformen 30-40 €). Ebenfalls wird ein Weiterdruck der 60 Cent „Kaiserkrone“ (Mi. 3043, 3046; naßkl./selbstkl.; beide 5.12.2013) zur Bedienung des neuen Postkartenportos auszuschließen sein. Verteuerungen verzeichnen im übrigen auch die bar zu bezahlenden DHL-Postexpreßsendungen. Aber sie sind ja für den Sammler markenfrankierter Sendungen uninteressant. Und für den Versender philatelistischer Stücke überwiegend ebenfalls, weil Paket oder Wertbrief-National brauchbare Alternativen darstellen.

Wie immer bei solchen Vorberichten zu einem neuen Brieftarif der Gelben Post sei der postgeschichtliche Sammler auf das gedruckte Entgelteheft „Preise und Leistungen“ verwiesen, das zum kommenden 1. Juli wie immer kostenlos am Schalter erhältlich sein wird

Damit zur letzten Besonderheit im Pressetext der Deutschen Post. Denn sie nennt dort die Zahl ihrer derzeit noch funktionstüchtigen ATM-Drucker: 1200 Stück! Bei letztmals genannten 2800 Geräten ist das eine Abbau- bzw. Verschrottungsrate von 133 Prozent innerhalb weniger Jahre! –– Aktuelles, Philatelie-Digital 7/2019

Dokumente (PrMitt.Post-AG, Preisübersicht) im Pdf-Format bitte herunterladen:  Beantragte Preisänderungen 1. Juli 2019- PrMitt. 3.6.19_und Vorläufige Preisübersicht 1. Juli 2019