Ab Januar 2019 keine Waren mehr in Briefpost-International / Abschaffung von „Presse und Buch International“

Internationaler Kleinwarenversand in Briefsendungen (max. bis 2 kg) ist vom neuen Jahr ab nicht mehr zulässig! Das geht aus einer Information von Logistik Watchblog hervor, auf die sich der jetzt kommunizierte umfangreiche Beitrag von Internetworld bezieht. Dieser publizistische Anbieter bewies schon in der Vergangenheit, daß er über Vorhaben der Bonner Post AG immer seriös und vor allem frühzeitig informiert.

Was man in dem am 18. Dezember im Internet veröffentlichten Beitrag „Richtlinien“ nennt, dürften schlicht die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sein. Selbige sind Logistik Watchblog zufolge von der Post bereits an Kunden kommuniziert worden. Es kann sich dabei logischerweise nur um Großkunden handeln.

Wie auch immer: Ab Januar 2019 dürfen in Briefen mit Ziel Ausland beispielsweise keine CD oder DVD mehr versendet werden. Option für solche und andere Sendungsinhalte ist künftig einzig die ausschließlich online zu kaufende, und was die Freimachung betrifft, markenlose Sendungsart „Warenpost International“!

Sammlermarken nur noch im Paket

Gravierend aus Sicht der Berichterstatter – und dieser Sicht darf man sich wohl schon jetzt anschließen – ist die Frage der Haftung. Und damit wird die Angelegenheit für eine andere wichtige Kundengruppe hoch bedeutsam. Denn: Warenpost International kennt bei Verlust nur eine Erstattungshöhe bis 20 Euro. Bisher konnten mit Wert(-Brief)-International Inhalte bis zu 5000 Euro versendet werden. Anmerkung: Der Sachverhalt, was die Valoren Klasse II – nur bis 500 Euro – von den „Besonderheiten“ (Entgelteheft „Leistungen und Preise“ (S. 27) unterscheidet, ist weiterhin völlig mißverständlich bzw. unklar formuliert. Bargeld und andere Zahlungsmittel sind im „Wert-International“ anders als im Inlanddienst allerdings in keinem Falle zulässig.

Zulässig – und jetzt kommt´s – waren bisher im Auslandswertbrief aber auch Sammlermarken oder Sammlermünzen. Des weiteren auch Schmuck. Diese Inhalte sind nun ebenfalls nicht mehr im Wertbrief International zulässig. Sie müssen bei angestrebter Versicherung der Stücke fortan im Paket versendet werden. Das ist bei kleinem Sendungsumfang ein praktisches Unding! Abgesehen von den höheren Kosten einer internationalen Paketsendung.

Umstellung bedeutet es auch, daß ab 2019 Liefer- und Zollinformationen digital an die Post zu übermitteln sind.

Aus für Auslandsbüchersendungen

Als den wirklichen „Hammer“ am 1. Januar 2019 könnte man jedoch eine ganz andere Entscheidung betrachten. Denn die aus kulturunterstützenden Aspekten entgelteermäßigte Sendungsart „Presse und Buch International“ wird – so Internetworld – abgeschafft! Ihre Einlieferer  – Buchhändler, Verlage, usw. – müssen ab Januar ebenfalls auf „Warenpost-International“ umsteigen. Es müßte sich preislich auch nichts ändern, legt man das aktuelle Preisverzeichnis vom 1. Juli 2018 zugrunde. Aber wie die Preise sein werden, wird man sehen, am 1. Januar! –– Philatelie-Digital 12/2018

Liechtenstein schafft ATM ab

Wie die Tageszeitung „Vaterland“ am 19. Dezember meldet, war der endgültige Abbau aus Sicht der Post ein „logischer Schritt“. Sie zitiert Wolfgang Strunk von der Post-Kommunikation: „Die Automaten wurden nur noch ganz wenig genutzt. Die wenigen Kunden, die gemerkt haben, daß der Briefmarkenautomat deinstalliert wurde, hatten Verständnis für die Maßnahme. Negative Reaktionen gab es bisher keine.“ Der Zeitungsbericht erwähnt kein Datum für die Außerbetriebsetzung. Wohl aber ist er so zu verstehen, daß der Abbau inzwischen abgeschlossen ist.

1995 begann auch im Fürstentum die Ära der Münzgeräte mit frei wählbaren Wertstufen. Als die Schweiz 2011 das Ende ihrer Drucker verkündete,  versicherte die damalige Geschäftsleitung für den Fall, daß es auch im Fürstentum mit dem Geräteservice Probleme geben würde und Ersatzteile beschafft werden müßten, gegenhalten zu wollen. Das ist jetzt Geschichte. Ersatzteile und Farbbänder, so Strunk im „Vaterland“, seien nicht mehr aufzutreiben gewesen. Man habe daher entschieden, „den Betrieb komplett einzustellen“. Auch fehlte es seinen Ausführungen nach an Zuspruch durch die Kundschaft. Entscheidend aber wohl war, daß die Instandhaltungskosten zuletzt den erzielten Umsatz, Zitat: „weit“ übertrafen. Genau diese Sachlage, so darf man aus deutscher Sicht hinzufügen, wird auch über die hiesige Sielaff-Gerätetechnik dereinst zu sagen sein.

Dem Zeitungsbericht ist an keiner Stelle zu entnehmen, daß die fürstliche Post in Vaduz eine neue Gerätetechnik plant und damit solche Neuheitenhusarenritte wie die österreichische Post veranstalten will. Das unterscheidet eben seriöse von unseriöser Ausgabepolitik.
Philatelie-Digital 12/2018

Nachschlagewerk Briefesammlung „Prof. Dr. H.“ (Köln)

So eine Meldung hatte Philatelie-Digital auch noch nicht vorliegen. Aber alles oder das meiste ist das erste Mal.

Es gibt tatsächlich noch einige Exemplare des mit einem festen Einband(!) versehenen Auktionskataloges „Professor Dr. H.“ der Firma Jennes & Klüttermann. Das sensationelle und für den Markt von Bedarfspost hoch bedeutsame Angebot wurde am 7. Dezember außerordentlich erfolgreich versteigert. Philatelie Digital wird nach einem kleinen Ausrufezeichen (10/2018) noch detailliert über die wichtigsten Ergebnisse berichten.
Großzügigerweise wollen die Kölner nur einen Portoausgleich (3 €). Es ist klar: Philatelie-Digital tritt hier nicht als Vermittler auf. Interessenten wenden sich wegen der Bezahlmodalitäten bitte direkt an das Auktionshaus.
Kontakt: Tel. 0221 / 940 53 20; Fax / 940 53 26, Mail: info@jennes-und-kluettermann.de.
Philatelie-Digital kann nur sagen: Beschaffen Sie sich dieses für moderne deutsche Bedarfspost fast katalogähnliche Grundlagenwerk! Darin zu blättern ist Genuß pur!

Philatelistisches „Hochamt“ in Köln

Philatelie-Digital als werbefreier, unabhängiger postgeschichtlicher Blog kündigt seinem Selbstverständnis nach Verkaufsveranstaltungen nicht an. Keine Werbung für niemanden! Anders kann es bei Ergebnissen solcher Termine aussehen und dann muß es sich sowieso um Briefpost handeln. Ein „Muß“ ist die an diesem Wochenende von Jennes & Klüttermann in Köln durchgeführte Versteigerung einer sehr ungewöhnlichen Briefpostsammlung deutscher Gebiete ab etwa Zeitraum 1924 bis zur Jetztzeit.
Kleine bis große Hochkaräter kamen in der Saalauktion unter den Hammer. Teilnehmer berichteten Philatelie-Digital von außergewöhnlichen Bietergefechten. Grundlage dafür war auch, daß jedes Los, darunter auch klein- bis mittelpreisige Stücke (unter 100 €), die ganz bewußt mit aufgenommen worden waren, einzeln aufgerufen wurde. Sechseinhalb Stunden lang erlebten Saal- und Fernbieter so etwas wie Phila-Crime. Der Schreiber gehörte zur letzteren Gruppe und ging übrigens überwiegend leer aus.
Die Ergebnisliste des Kölner Auktionatorgespanns liegt noch nicht vor, der Bericht an dieser Stelle wird also erst folgen. Warum trotzdem schon heute diese Zeilen? Weil dieser 7. Dezember 2018 mit seinem dezidierten Briefpostangebot moderner deutscher Postgeschichte, wie sie auch Philatelie-Digital definiert, auf überaus erhellende Weise zeigt: Gediegene, mit viel postgeschichtlicher Kenntnis gesammelte bzw. erworbene Bedarfspost ist nicht nur einfach philatelistische Spitzenklasse (was für eine Freude allein, solche Stücke zu sehen: Der farbige, qualitativ bestens erstellte Auktionskatalog im festen(!) Einband dürfte nun selbst zum Sammelstück werden!).  Bedarfspost, ob kleine oder große Rarität, stellt im mittlerweile durch viel Dummheit, Anmaßung, vor allem aber durch Erhaltungsschrott und Fälschungen geprägten Umfeld unverändert solide Wert-Kapital-Basis dar, bei natürlich hohem Sammelgenußfaktor! Das kann man in diesen Zeiten gewiß doch schon mal vorab herausstellen! — Philatelie-Digital, 10/2018

Man wird ja wohl noch mal Spaß haben dürfen… Hepburn-Rarität mal anders

Hepburn Bogen Reprint ebay Nov18 44$_Anb 1_07553

Wie das Original, nur mit Linienzähnung. Und nur in der Artikelbeschreibung von Anbieter „1_07553“ (Rußland) der Hinweis auf „Reprint“, auf den Marken selbst keinerlei Hinweis wie „faux“ o.a.  Für „spaßmachende“ 44 US-Dollar zu bekommen. Man stelle sich vor: Ebay-USA (et Deutschland, usw,) wäre so scharf auf Verfolgung von Fälschungen aus und würde drakonisch urteilen wie die Umweltbehörden und Gerichte bei deutschen Diesel-Pkw-Herstellern…!

Spaßphilatelie – dieses Wort geht ja so einigen Leuten in deutschen Sammlerfunktionärsgefilden immer leichter über die Lippen. Wer bejaht sie nicht?  Da doch Ernst bedeutet, sich von Altgewohntem und damit vielen irrigen Wunschvorstellungen lösen zu müssen. Spaß muß sein – das hat schon ein Dieter Thomas Heck in seiner ZDF-Schlagerbude gefrohsinnt. Oder war´s Ilja Richter oder… auch egal.

Spaß sagen aber gern auch jene, die Frohsinn mit ganz eigenen, und das sind fast immer rustikale Eigeninteressen verbinden. So ein Eigeninteresse ist das Einsacken von „Kohle“, Money, Pinkepinke. Das haben in der Philatelie schon die Vignettenanbieter so gesehen oder höchstselbst auch die Versandstellen mit ihren sog. Schwarzdrucken in Jahrbüchern oder Veranstalter von Großmessen der 70er und 80er Jahre, als selbige wie die in Essen noch groß waren, und Post und Aussteller mit diesem meist völlig überteuertem Zeug den Sammlerlemmlingen „chancenreiches“(!) Futter zuwarfen. Ein Andreas Schneider ist da in besonders „markanter“ Erinnerung.

Vignetten sind das Stichwort. Oder genauer: Phantasiedrucke, Cinderallas (engl.). Klingt ja gleich viel harmloser und verbürgt sozusagen den Spaß. Aufhänger ist meist, wie könnte es auch anders gehen, eine vergangene philatelistische Rarität. Die wenigstens können sie besitzen, aber möglichst viele sollen sie haben – so denken die, die Spaß im Sinn haben und wollen.

Dieser Blog bietet und ist ernst bis auf die Knochen. Er kümmert sich darum um Schmonzes, sofern es seine eigentlichen Berichtsstoffe betrifft, grundsätzlich nicht. Doch hier gilt die Ausnahme. Denn die 2001 noch vor dem Verkauf am Schalter zurückgezogene und dennoch in geringer Zahl in private Hand geratene Wohlfahrtsmarke „Audrey Hepburn“ ist nun mal ein Ausnahmestück der modernen deutschen Philatelie – ein in großen Teilen und seinen Ruhm betreffend anrüchiges dazu, denn es ist keine Briefmarke, kein Postwertzeichen, sondern ein „Druckstück“. Aber das soll hier nicht weiter erörtert werden. Diese hohe fünfstellige Beträge erzielende Rarität erfährt Wahrnehmung mit der Zeit wie alles, was von Geheimnissen und nicht zutreffenden Merkmalausstattungen umgeben ist, sozusagen auf mehreren Bewußtseinsebenen. Die banalste, abwegigste, aber unter Sammlern sicherlich am meisten verbreitete ist natürlich die, daß sie Sehnsüchte auslöst in der Art des „Die würde ich gern mal in der Kiloware finden! Warum ich nicht, warum immer die anderen?“

Hier treten unsere Spezialisten für „Träume wahr werden lassen“ auf den Plan – mit Vignetten. Oder sollte man doch neudeutsch „Fakes“ sagen? Bleiben wir bei dem hier zutreffenden Begriff „Reproduktionen“ (engl. reprints). Natürlich sind sie das. Denn: Vignetten zeigen, wenn sie ausdrücken wollen, was sie sind, keine 100:100-Abbildungsgleiche, vermeiden also auch nur jede gravierende Ähnlichkeit mit der echten Marke (die wie gesagt, kein Postwertzeichen, sondern, technisch wie praktisch betrachtet, ein Druckstück ist). Wenn schon Wertzahlen, dann sind oder ist es eine andere als die des Orginals, auch wird eine andere Farbe gewählt, usw., usw.

Nicht so unsere Anbieter aus Rußland und der Türkei, die ihre „Stücke“ über Ebay-USA dieser Tage anbieten. Nicht zum Spaß – Geld der Dummen und Träumer ist kein Spaß – aber zum Zwecke des Spaßes! Reproduktionen nach der Art von „Fakes“. Unangenehm? Nein. Ist doch nett, wenn jemand Freude und Leichtigkeit in die Welt bringt! Ist doch typisch, daß dieser Schrott wie so vieler anderer – Teil-/Ganz-Fälschungen zum Schaden der Sammler. Fälschungen zum Schaden der Post, Sammelschrott aller Art – auf Ebay verhökert werden soll und mit Sicherheit verhökert werden wird.

Hepburn-Fake aus Rußl Nov 18_ebay USA

 

Hepburn-Fake aus Türkei Nov 18 _ebay USA

Billig, billig, sich für einen US-Dollar das „Faksimile“ bzw. Marken-Glück der besonderen Art ins Album zu holen: „Ariphilatelics“ aus der Türkei hat eben ein Herz  für „Sammler“! Ebenfalls ein „Fake“ mit Linienzähnung, ansonsten wie oben!

Philatelie-Digital, 9-2018