Archiv für den Monat: Dezember 2021

Nachtrag: Ende der Markenfreimachung bei Päckchen

Seit dem 1. Januar 2021 gilt die neue Freimachungsregelung für Päckchen. Im Preisverzeichnis “Preise und Leistungen” der Gelben Post, dort auf Seite 69 bis 70, wird der Postkunde darüber informiert, daß Briefmarken für eine Frankierung von Päckchen nicht mehr zulässig sind. Das gilt das auch für Sendungen ins Ausland.

Einen Hinweis auf das Warum liefert die Antwort von Deutsche Post DHL an den Informationsdienst „Inside Digital“. Darin schreibt Hans-Christian Mennenga, Leiter Pressestelle Nord der Deutsche Post DHL Group:

“Zur Vereinfachung des Produktportfolios können DHL-Päckchen seit dem 1.1.2021 nicht mehr mit Briefmarken frankiert werden. Der Anteil von Päckchen, die mit Briefmarken frankiert werden, ist seit Jahren deutlich rückläufig”.

Verbleibende Alternativen sind die in den Geschäften und Filialen erhältlichen selbstklebenden Versandscheine (Postaufgabe am Schalter mit Barbezahlung) und das Online-Frankieren. Die fragliche Webseite lautet: dhl.de/onlinefrankierung. Eine DHL-App steht ergänzend zur Verfügung. Darüber hinaus gültige Freimachungsformen sind die  Postangebote „Internetmarke“ (bis Juni 2010 STAMPIT),  „Päckchenmarke“ (Label im Schalter- u. Postshop-Angebot) und FRANKIT (Freistempelung durch die Post). Auch ist die Frankierung mit Freistempelmaschinen inklusive DV-Freimachung weiterhin möglich bzw. zulässig.

Der Ausschluß  von Briefmarken für eine Freimachung kam überraschend. Der genannte Informationsdienst schreibt dazu: „Auf Twitter relativierte die Deutsche Post DHL diese harte Aussage inzwischen. Es gäbe bis Ende Juni (2021! der Verf.) ) noch die Möglichkeit, bereits erworbene Briefmarken mit der entsprechenden Frankierung im Rahmen einer Übergangszeit zu nutzen. Bereits gekaufte Briefmarken verfallen also nicht.“
(Quelle: https://www.inside-digital.de/news/paeckchen-versand-deutsche-post-aendert-die-regeln)

       
Onlinefreimachung, nie mit Datum (li.o.), Versandschein bei Einlieferung am Schalter (m. Datum der Postaufgabe; re.o.) und Päckchen S mit Briefmarke 379 Cent (u.). Dies ein Beispiel für letztmalige Briefmarkenverwendung. Die Entgelte 379 Cent und 450 Cent (Päckchen M) sind seit dem vergangenen 1. Januar Filial- wie Onlinepreise. Kaum vorstellbar, daß die Post S-Päckchen noch länger mit Münzzahlung 3,79 € entgegennimmt!

Dialogpost-Entgelte: Erhöhung ab Januar 2022

Die Angaben zur „Blumen“-Dauerserie im letzten Blog-Eintrag sind zu korrigieren. Die neue Berichtslage teilte schon früh die Versandstellenpublikation „Philatelie aktuell“ mit ihrer Ausgabe 25-2021 mit. Danach erscheinen am kommenden 3. Januar noch zwei Werte zur Freimachung des Standardsegments der Dialogpost (Massensendungen).
Die neuen Nominalen zu 32 Cent und 37 Cent werden aufgrund der steigenden Entgelte für die Standardsendungen (Briefform) bis 20 g bzw. 21 bis 50 g notwendig. Der Preis für die Versendungsform „Postkarte“ bleibt mit 28 Cent unverändert. Von einem weiteren Druck dieser Marke ist folglich auszugehen. Versender, so scheint es, beachten dieses nochmals ermäßigte Sendungsangebot aber offenkundig kaum. Trotz intensiver Suche im Sammelmarkt hat der Autor eine solche Verwendung noch nicht entdecken können.
Die Post als Herausgeber von Dauermarken (inkl. Automatenmarken) nutzt damit die neue Dauerserie „Welt der Briefe“ und dem dort aufgedruckten Matrixcode für Massensendungen nicht.

  Schneeglöckchen        Rotklee

Apropos „Blumen“-Dauerserie
Noch zwei Dinge zu den „Blumen“, die sich bekanntlich zur bislang umfangreichsten deutschen Dauerserie seit Ersterscheinen 2005 gemausert haben: Hier erstaunten oder je nach Blickwinkel verärgerten zuletzt die Nachschieber von schon vorhandenen Nominalen mit neuen Motiven. Letzte Beispiele: die im letzten Blog-Bericht genannten Wertstufen zu 50 Cent und 200 Cent. Zuvor fielen in dieser Hinsicht schon die ebenfalls Sammlergeld schröpfenden Werte zu 5, 10, 20 und 145 Cent unangenehm auf. Sie verdankten sich ja nicht einem neuen Posttarif, etwas, womit sich die geänderten Motive bei den Nominalen zu 45, 60, 70, 80, 90 und 220 Cent (dürftig) erklären ließen.
Zum anderen hat die zuständige Bonner Abteilung in der Postzentrale nach langem Warten der Sammlerschaft die Auflagenzahlen der seit 2005 erschienenen Neuheiten vorgelegt. Wie zu erwarten war, sind es „Gesamtmengen“, d.h., es wurde nicht nach den Produktionsformen Bogen-/Rollenmarken unterschieden. Spezialsammler gehen noch einmal mehr leer aus, als die Änderungen bei den Zählnummern ebenso unberücksichtigt blieben wie die Unterscheidung der Bogen nach „mit/ohne EAN-Code“.
Etwas ärgerlich ist es, daß die Vorstellung der Zahlen all zu deutlich auf den Abdruck im Michel-Deutschland-Katalog 2021/2022 zielt. Es fehlt die Angabe des Nennwertes, dafür wird die Michelnummer gebracht. Nicht jeder aber kann sich und will sich jedes Jahr den inzwischen 62 Euro kostenden Deutschland-Normalkatalog leisten. Selbst dann nicht, wenn er inzwischen auch vom Phila-Shop der Gelben Post vertrieben wird.

PDF-Dokumente bitte herunterladen: Dialogpost Entgelte 1.1.2022_Post-Serviceblatt und Dialogpost – Preise alt neu_koopmanndruck und Auflagen_DS_Blumen_2005-2018 und Auflagen_MH__FB_2005-2020 und Auflagen_Sondermarken_Blocks_2013-2021

2022 neue Dauerserie „Welt der Briefe“

Die seit 2005 erscheinende Dauerserie „Blumen“ erlebt 2021 mit dem Erscheinen der ersten Werte der Nachfolgerserie „Welt der Briefe“ ihr Produktionsende. Letztmalige Neuheiten der „Blumen“ erschienen 2020: 30 Cent (Taglilie, naß- u. selbstklebend, 2. Jan.; Mi. 3509 bzw. 3516), 50 Cent (Zinnie, naßkl., 2. April; Mi. 3535) und 200 Cent mit Motiv „Purpurknautie“ (naßkl., 6. Aug.; Mi. 3556).

Ersttag der vier ersten Werte der neuen Serie war der 2. Dezember. Deren Besonderheit: Alle vorgesehenen Wertzeichen sind mit einem Matrixcode ausgestattet, selbiger befindet sich auf einem weißen Nebenfeld. Das macht die neuen Dauermarken größer. Unverändert bleibt es je nach Anforderungslage am Schalter bei den Gummiausstattungen „Selbstklebend“ (sk) und Naßgummiert sowie den Produktformen 10er-Bogen, SK-Sets (jeweils alle 4 W.) und Rollenmarken (bislang nur der 5-C-Wert, 200er-Rolle).

Alles zum Hintergrund der neuen Dauerserie ist in der Pressemitteilung der Post vom 1. Dezember 2021 nachzulesen. Die technischen Details zu den Marken finden sich dort nicht. Die seien hier kurz in einem „Steckbrief“ aufgeführt:

+   Entwurf: Bettina Walter, Bonn
+   Format: Breite: 31,80 mm; Höhe: 30,13 mm
+   Format Zehnerbogen: Breite: 83,60 mm; Höhe: 170,00 mm
+   Anordnung Paz: 2 PWz nebeneinander, 5 PWz untereinander
+   Anordnung EAN-Code: Auf allen vier Randstücken der schmalen Markenbogenseite wird
ein AN-Code platziert. Die betreffenden Randstücke bleiben weiß.
+   Druckerei: Bundesdruckerei GmbH, Berlin
+   Bedruckstoff und Druckverfahren: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes
+   Postwertzeichenpapier DP II; Mehrfarben-Offsetdruck
+   Ausgabetag: 2. Dezember 2021

                 Vier Werte mit Druckjahr 2022 erschienen vorab am 2. Dezember. 

Auch seien die Leistungen des Matrixcodes hier noch einmal in Stichworten erwähnt:
–    Basis-Sendungsverfolgung von Briefen und Postkarten per App
–    Besagte App ermöglicht interessante Informationen zur Briefmarke und dem Motiv

PDF-Dokumente bitte herunterladen: Welt der Briefe – Neue Dauerserie – PrMitt 1.12.21 und Matrixcode – Digitaler Wandel PrMitt 2.2.21

Auslandsentgelte 2022 unverändert

Im Netz und dabei nicht auf den Homepages der Gelben Post fand sich jetzt, am 13. d.M., eine Gesamtaufstellung der Post zu den wichtigsten Entgelten für den nationalen und internationalen Versand ab dem 1. Januar 2022. Sie zeigt zur Überraschung des Autors keine preislichen Anhebungen beim markenfrankierten Briefversand ins Ausland. Eine erfreuliche Nachricht. Es bleibt aber offen, was die Post beim „Warenversand“ (nur Online-Freimachung) oder im Frachtbereich (nicht genehmigungspflichtige Entgelte) plant. Doch ist besagter Frachtsektor  für den Briefpostsammler mit Ausrichtung Markenfrankaturen seit dem 1. Januar 2021 sowieso uninteressant geworden, als die Markenfreimachung bei Päckchen nicht mehr zulässig ist.

PDF-Dokument bitte herunterladen: Preisübersicht national international 1.1.2022

Post erhöht Briefentgelte zum 1. Januar 2022

Die letzte preisliche Generalüberholung fand am 1. Juli 2019 statt. Jetzt nun, wie erwartet, ein halbes Jahr früher, die neuen, von der Bundesnetzagentur genehmigten Entgelte. Von einer generellen Drei-Jahres-Gültigkeit des Posttarifs kann keine Rede sein. Nach dem 1. Juli 2019 legte die Post drei Preisverzeichnisse (Entgeltehefte) mit geänderten Entgelten auf (1.5.2020, 1.7.2020 u. 1.1.2021) auf. Daran wird sich auch künftig ganz sicher nichts ändern. Irgendwie müssen die Milliardengewinne für das gelbe Shareholder-Aktien-Unternehmen ja zustande kommen (Geschäftsjahr 2020: 3,650 Mrd € Gewinn).

Informationsaussendungen nur noch für „Big-Player“
Besonders hervorhebenswert seit Juli 2019 war weniger, daß am 1. Januar 2020 für Geschäftskunden  die bisher geltenden Rabatte zum 1. Januar 2020 über alle Basisprodukte und Rabattstufen hinweg um zwei Prozentpunkte abgesenkt wurden. Das traf auch den Werbe-Großversender im Philamarkt. Im  2,2 Milliarden Euro schweren Geschäftsbereich Dialogpost  verteuerte sich die Standardsendung um 2 Cent auf 30 Cent, auch wurde  die Mindestmenge, ab der dieser Preis gilt, von 4.000 auf 5.000 angehoben. Für Versender philatelistischer Informationssendungen kleineren Umfangs – Vereine, Arbeitsgemeinschaften – war der Zug schon vorher abgelaufen. Selbige hatten bis Ende 2012 noch preiswert die Sendungsart „Infobrief“ nutzen können. Seitdem ist für den Arge-Rundbrief (usw.) die volle Briefgebühr fällig. Ist dieser prekäre Kostenzuwachs den Vereinsmitgliedern, die sich über Anhebungen des Vereinsbeitrags beklagen,  bewußt?

Zollgebühr schaufelt  internationalen Kleinsendungen das Grab
Dann, am 1. Juli 2021, traf es alle im Philamarkt,  Klein- wie Großkunden. Seit dem Juli gelten neue Regeln im grenzüberschreitenden Internethandel. Sendungen aus Ländern außerhalb der EU sind zoll- und umsatzsteuerpflichtig. Betroffen sind also Warenlieferungen beispielsweise aus Asien, Ozeanien, den USA oder aus Großbritannien. Die Freigrenze von 22 Euro wurde aufgehoben. Ausnahmen gibt es nur noch für Sendungen, deren Warenwert so gering ist, daß die anfallende Umsatzsteuer weniger als 1 Euro beträgt – was einem Preis von maximal 5,23 Euro entspricht. Kleinkäufe über ebay.com, ebay.co.uk oder ebay.com.au lohnen daher aus preislicher Sicht wohl nur noch selten. Die Anbieter stellen seit vergangenem Juli  die Zollgebühr gnadenlos in Rechnung. Ob das allen Ebay-Käufern inzwischen klargeworden ist? Der Umsatzeinbruch für die fraglichen Internetplattformen muß beträchtlich sein!

Päckchen nicht mehr markenfrankiert
Ein Knaller jedoch war im vergangenen Geschäftszeitraum das Aus für die Briefmarkenfreimachung von Päckchen national und international. Seit Anfang 2021 ist sie nicht mehr zulässig. Am 1. Januar 1920 wurde das Päckchen von der Reichspost eingeführt. 100 Jahre preiswerter philatelistischer Versand – sei es der von Marken-Auswahlen, Bestellungen, zum Beispiel unter Einschreiben(!)  oder des Katalogversandes  – sind seit dem vergangenen Januar Geschichte. Kulanzweise konnten die Marken zu 3,79 € und 4,50 € noch für die jeweiligen Päckchenarten im Inlandsverkehr bis  30. Juni aufgebraucht werden. Päckchen mit Ziel Ausland waren gleichwohl als solches und mit Blick auf internationale Anbieter schon länger ein Anachronismus. Länder wie Frankreich, Italien oder Niederlande kennen ein solches international preislich niedriges Sendungsangebot schon lange nicht mehr.

Womit der Blick noch einmal auf die Pressemitteilung der Bonner Postzentrale gelenkt wird. In ihr ist von Preisen für Sendungen ins Ausland mit keinem Wort die Rede. Doch auch hier muß sicher mit Preisanhebungen gerechnet werden. Das wird man dann im neuen gedruckten Preisverzeichnis nachlesen können.

PDF-Dokumente bitte herunterladen: Neues Briefporto ab 1.1.2022 bestätigt_Post-PrMitt 10.12.21 und Briefpost-Preise neu alt 1.1.2022