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In Corona-Zeiten: Aktion „Post für Oma und Opa“ / Privatpostbeförderer Nordbrief beweist Mitgefühl und Weitsicht Von der Deutschen Post kommt außer hohen Dividenden und Aktienverfall nichts Warum kein Marken-Notopfer?

Nicht alles ist triste in diesen Tagen und Wochen. „Gerade die Großeltern freuen sich sehr, wenn Sie in diesen Tagen Briefe von Ihren Enkeln erhalten“, zitieren die „Kieler Nachrichten“ in ihrer Samstagausgabe (27.3.20)  Christian Burmester vom lokalen Postdienstleister. An die ersten 100 Teilnehmer dieser Aktion – sie richtet sich an Eltern – werden je  fünf Standardbriefmarken verschenkt. Zweite, und  ebenfalls eine Interesse für Briefmarken weckende Auktion ist ein Malwettbewerb unter dem Motto „Dem Osterhasen auf der Spur“.

  Hochwassermarken 2002, 2013

Offensichtlich hat man in den vier Wettbewerben zuvor gute Erfahrungen gemacht. Jetzt treffen sie auf ein viel wichtigeren Resonanzboden, als Kindern eine geistreiche wie motivationssteigernde Beschäftigung geboten wird, die etwas Ablenkung in die von Zwang gekennzeichnete häusliche Situation bringen kann. Auch hier sind die Eltern mit gefragt, als sie sich  auf der Internetseite www.nordbrief-ostsee.de unter der Rubrik „Fotowettbewerb“ registrieren lassen können. Insgesamt, so das Blatt, folgen bis Oktober noch fünf Fotowettbewerbe. Der dann produzierte Markenbogen  zeigt alle Siegermotive. Die Gewinner erhalten eine in einem Bilderrahmen eingefaßte Marke im Großformat.

Philatelie-Digital meint: Nachahmenswert. Und indirekt eine für die Deutsche Post blamable Aktion, eine Post, die auch 2019 und selbst 2020 mit Milliarden-Gewinnen operieren kann. Aber DP/DHL haben außer mit einer kürzlich in Bonn wegen Rentabilitätsfragen aufgelösten Philatelie-Abteilung und einfältigen Verkaufsprospekten von zwei Jahren Neuheiten-Altlast offenkundig nichts anderes zu bieten. Vom Postbetrieb ganz zu schweigen, wo noch bis zur 2. Märzwoche Kunden mit dem Finger auf der „Virenschleuder“ namens Smartscanner unterschreiben mußten und die Zusteller noch jüngst eigene Schutzhandschuhe zur Arbeit mitbringen mußten! (STERN, 18.3.20). Dafür ist Postchef Appel ganz „groß“, wenn er (wie andere Großarbeitgteber) im Merkelton gar nicht genug „Lumpenproletariat“ willkommen heißen kann und schwadronnierend in den vielen „bildungsgesättigten Neubürgern“ eine notwendige Sicherung der Zukunft dieses Landes erkennt.

Davon mal abgesehen (was aber gar nicht geht), fällt der Blick von Bonn unweigerlich auch auf den Briefmarken-Herausgeber BMF in Berlin. Der brachte seit 1997 drei Sondermarken mit erklecklichem Zuschlag in den Verkehr, allesamt wegen Hochwasserkatastrophen (Oder, Saale, Elbe, Donau) und deren materielle Folgen. Waren das allesamt erschütternde, dennoch aber regionale Ereignisse, droht mit dem Corona-Virus ein nationaler Kollaps in seiner maximalen (zeitlichen) Ausformung und Ausbreitung. Um es kurz zu machen, es hilft gewiß momentanen Gefühlslagen und vor allem der krisengeschüttelten Presse, wenn landauf landab den Hilfskräften Kuchen und andere nette Aufmerksamkeiten zuteil werden und sich darüber wohlfeil berichten läßt. Doch wenn eine Lehre jetzt endlich und für immer zu ziehen ist, dann die, daß die ungenügende materielle Ausstattung des gesamten staatlichen und privaten Hospital- und Pflegesektors endlich beseitigt werden muß. Eine Neubewertung gesellschaftlicher Arbeit ist verlangt (Gleichrangigkeit praktischer und universitärer Ausbildung). Denn der Virus wird uns auch bei einem Impfschutz  in der Zeit „danach“ erhalten bleiben und verändert neu auftreten – wenn nicht gleich, dann später.

Die auf Briefpost zu verklebende 2-Pf-Notopfermarke, die von 1948 bis Verkaufsende 1956 mit half, daß die Menschen in den westlichen Sektoren Berlins in der Nachkriegsära materielle  Unterstützung fanden, ist ein Muß dieser Tage. Der private Briefverkehr geht zwar zurück, doch das ist kein Gegenargument. Erst recht können die Mailingversender, die für 80 Prozent oder mehr Anteil am täglichen Briefaufkommen sorgen, sicher sein, daß ihre Werbeumschläge mehr Aufmerksamkeit erzielen. Elektronisch läßt sich so ein Notopfer sicher kinderleicht einarbeiten – nur auf der Sendung muß es auch gesehen werden. Was für ein positives nationales Signal – eine markante Notopfermarke anno 2020! Es  sollte für die Entwerfer eine Ehre sein, ein sinnfälliges Motiv zu erarbeiten! — Philatelie-Digital 4/2020

Heraldik II – Österreichs Post im „Dauerrausch“ in Richtung Absturz

zerrissen

Ideologische Kopfgeburt im Markenformat: Österreichs Briefmarkengegenwart ist, wie würde der zeitgeistige (linke, wahlweise liberalistische) hippe Kunstsprech formulieren, „sperrig“. Das ist er natürlich nicht. Zu sehen ist ein verquastes Markenmotiv als Menetekel.  Wie? Die Post in Wien geht doch in der Markenverausgabung den Weg des Fortschritts! Ach ja? Ja, natürlich, man ist innovativ (eine Vokabel,. die gefühlt 20mal in jeder Ausgabe der Zeitschrift „Briefmarke“ aufzutauchen pflegt), man ist  Avantgarde! Fliegende Überwindung des Alten, des Überkommenen! Oh ja. Wie falsch, wie komplett falsch! Es gibt nur einen Weg im Neuheitenprozedere der Wiener Zentrale. Den der Zielstrebigkeit und der umfassenden Kommerzialisierung – man sehe sehe sich nur die Beilage „Album“ im Sammlerblatt „Briefmarke“ an! Offenkundig gefragte Qualitäten in einem in den letzten fünf Jahren irrwitzig das Personal wechselnden Versandstellenmanagement sind Schläue, Verstellung und Raffzahnmentalität, also das, was jeden Abend im Fernsehen die Telemedien-Werbung in die Köpfe hämmern will. Man trumpft auf  mit etwas „Wiener Schmäh“ und eitler Kaffeehausseligkeit, „bitte, Herr Ober, san mer geschmeidig“. Unter Wahrung sog. konventioneller Indizes (Tarif-Nominalspektrum) kommt trotzdem nur völlige Verkommenheit, also Kommerzialisierung eines Alltagsgegenstandes zum Vorschein. Mit der motivlich abgeänderten Dauerserie „Heraldik“ und deren Nennwertgestaltung hängt sich das Markenausgabegeschehen in Österreich einen weiteren Mühlstein um den Hals.
– – Philatelie-Digital 4-2018

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Sonderpostwertzeichen, Ausgaben August bis Dezember

Markenset_Gra

Ließ etwas auf sich warten, hier ist sie, die abschließende Übersicht zum deutschen Neuheitengeschehen des letzten Halbjahres. Dazu eine weitere Spezialseite „EAN“. Der Autor bewertet  die Verkaufshilfen zwar als sammlerischen Mumpitz, weil in keiner Weise fachlich auf einer Stufe mit den klassischen Bogenrandzudrucken stehend, will aber im Interesse eines Teils der Leserschaft seiner bisherigen Chronistenpflicht nachkommen. Ohnehin geht es sowieso nur um die  EAN-Zudrucke bei der „Blumen“-Dauerserie. -–– Philatelie-Digital 19/2017

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Vor 30 Jahren Berlins eigene ATM

ATM 1 in Berlin 3.5.91

Zum Bild: Grüne Bund-ATM (Mi. 1) lösten die „Charlottenburg“-ATM ab April 1991 ab. Hier ein seltener Beleg vom 3. Mai 1991. Unscheinbar, aber ebenfalls hoch interessant!

Zum Dreiteiler Dokumente der Post. Weiterführend! Unbedingt archivieren!

Abgelegt im Ordner: „Dokumente (amtl) DBP-DPAG“
Quelle hierfür: www.atm-altmann.de
Philatelie-Digital 15-2017

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