Archiv für den Monat: Juni 2019

Post macht bei Bücher- und Warensendungen einen Rückzieher

Noch wird in diesem Lande, in dem wir gut und gerne leben (Merkel) nicht alles von „oben“ durchgedrückt, durchgereicht, durchgewirkt. Die Post nimmt ihre Entscheidung, zum kommenden 1. Juli auch die Entgelte für Bücher- und Warensendungen zu erhöhen (s. früheren Bericht auf diesen Seiten!) teilweise zurück, das heißt, sie erhöht bei aufschiebender Wirkung. Erst zum Jahresbeginn 2020 treten die neuen Preise in Kraft. In Ihrer Pressemitteilung vom 26. Juni (s. PDF) schreibt sie von „Herausforderungen“ für die Versender. Das ist das Niveau einer Lückenpresse.

Bei https://www.e-recht24.de/news/ findet der Autor diese Zeilen:

„Vor allem kleine und mittlere Buchhändler könnte die Preiserhöhung vor massive Probleme stellen, fürchtet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Um mit großen Online-Versendern mithalten zu können, seien sie auf bezahlbare Versandmöglichkeiten angewiesen. Gerade die Literatur abseits der Bestsellerlisten gelange häufig nur auf dem Postweg zum Leser. Damit leisteten Verlage und niedergelassene Händler einen wichtigen Beitrag für Kultur und Gesellschaft. Indem die Post das Produkt „Büchersendung“ quasi abschaffe, gefährde sie die Vielfalt des Buchmarktes.“

Und als hätte man es nicht anders erwarten können, befürchtet der Börsenverein noch dies:

„Darüber hinaus könnte die Portoerhöhung den unangefochtenen Marktführer weiter begünstigen (…). Denn laut Medienberichten gewähre die Post Amazon spezielle Konditionen und diskriminiere so Verlage und andere Buchhändler. Möglich sei all das nur, weil die Post ihre marktbeherrschende Stellung mißbrauche. Der Verband hat deshalb eine Beschwerde beim Kartellamt gegen die angekündigte Portoerhöhung eingereicht. Die Behörde solle den Sachverhalt untersuchen und einen fairen Markt für alle Beteiligten schaffen.“

So geht Appel-Post heute. – – Philatelie-Digital 7/2019

Dokument bitte herunterladen: Buecher- u Warensendung -Uebergangsfrist

Deutsche Post – einmal mehr bargeldlos / Eine Betrachtung

Die Deutsche Post erleichtert die Online-Versendung von Paketen. Diese Begrifflichkeit ist ganz sicher der Mehrzahl der privaten Postkunden noch immer eine völlig unverständliche Angelegenheit. Gibt man ein Paket auf, geht man zu „seiner Post“ (möglichst nicht zu Stoßzeiten) und bezahlt und schickt es ab. Schluß, aus. Online-Freimachung von Paketen ist aber seit Jahren schon preiswerter. Um sie noch einfacher (und attraktiver) zu machen, landet die Post jetzt den nächsten und – in sich – wirklich bemerkenswerten Coup. Doch was bedeutet er, worum geht es eigentlich? Ein bißchen Hintergründiges, meint der Autor, darf zur Erklärung schon mal sein. Zumal das, was jetzt passiert, den Kunden UNERBITTLICH als die Zukunft vorgestellt wird. – – Philatelie-Digital 7/2019, abgelegt im Ordner „Angemerkt“

Vollständige Beiträge (Eigenbeitrag; PrMitt.der Deutschen Post) im Pdf-Format bitte herunterladen: Deutsche Post – einmal mehr bargeldlos und Mobile Paketmarke – PrMitt Deutsche Post 6.6.2019

Neue Brief-Entgelte ab 1. Juli / Noch 1200 ATM-Drucker

Noch steht die Genehmigung durch die Bundesnetzagentur aus, aber es gilt allgemein als sicher, daß die heute, am 3. Juni, veröffentlichen Preisvorstellungen von der Kontrollbehörde angenommen werden. Die neuen Entgelte treten dann am kommenden 1. Juli in Kraft.

   60 Cent: 2014 Brief-, ab 1. Juli Postkartenwert

Was die die Gelbe Post jetzt mit ihrer ersten Preisübersicht mitteilt, sind die seit dem 1. Januar 2006 umfangreichsten Preisveränderungen. Unter ihnen ragen gewiß zwei bzw. drei Details besonders hervor. So bleibt, erstens, die Sendungsart „Postkarte“ mit eigenem und verglichen zum Standardbrief ermäßigten Preis weiterhin erhalten. Das ist inzwischen wohl einmalig in ganz Europa. Alle größeren Wirtschaftsnationen haben diese ermäßigte Versendung vor vielen Jahren abgeschafft. Auch im Osten Europas. so in Polen oder in der Tschechischen Republik, existiert dieses spezielle Preisangebot nicht.

Zweitens bzw. drittens ändern sich die „ältesten“ Sendungsentgelte. Besagte Postkarte-National konnte seit dem 1. Januar 2003 mit einem stabilen Preis (45 c) aufwarten,  der Großbrief (145 c) seit dem 1. Januar 2006. Fünfzehneinhalb bzw. zwölfeinhalb Jahre Gebührenstabilität – war für eine Preissicherheit für den Postkunden!

Für den Sammler, der schon beabsichtigte, seine Neuheitenkäufe bei Spezialware abzuspecken, wird der neue Posttarif zweifellos ins Geld gehen (Stücke aus Bogen, Heftchen, Rollen; GA-Umschläge „Plusbrief“; ATM-Wertespektrum). Mit weiteren zusätzlichen Kosten ist zu rechnen, weil die Post mit ihrer Unart, auch hohe Briefmarkennominalen geldscheffelnd auf Sondermarken unterzubringen, nicht aufhören wird.

Vorderhand entscheidend aber ist, daß sich alle fünf Basisentgelte National ändern bzw. steigen, ebenso die Grundentgelte für Prio und vor allem für die Zusatzdienste Einschreiben-Einwurf, Eigenhändig und Rückschein. Das Übergabe-Einschreiben-Entgelt jedoch gibt noch Rätsel auf. Denn es fehlt die Angabe des nationalen Preises (bislang 2,50 €). Im Auslandsdienst ist die Position genannt, mit üppigen neuen 3,50 Euro. Da es aber seit Heinrich-Stephans-Zeiten in Deutschland für das Einschreiben nie nach dem In-/Ausland differenzierte Preise gegeben hat, muß man vermuten, daß das Grundentgelt auch für die nationale Sendung 3,50 Euro beträgt. Aber vielleicht überrascht die Post ja hier noch mit der Meldung via Postentgeltheft eines unverändert gebliebenen Übergabe-R-Entgeltes!

  80 Cent: 2015 Auslandsporto, jetzt Inlandsbriefentgelt 

Was die genannten Sonderdienste betrifft, sollte hier der Kelch einer teuren Nominale innerhalb der Dauerserie „Blumen“ an den Sammlern vorbeigehen können, als hier ein neuer 220-c-Wert erst erschienen ist (11.10.2018; Mi. 3414). Gleiches gilt für das neue Prio-Grundentgelt zu 100 Cent (neuer Blumenwert 1.3.2018; Mi. 3365). Doch sehr unwahrscheinlich wird es sein, daß die Post mit einem Weiterdruck auf den bisherigen 80-Cent-Wert für das neue Inlandsstandardbrief-Entgelt zurückgreift. Die am 4. Dezember 2014 erschienene Blumenmarke (Mi. 3115) bediente 2015 das Entgelt für den Standardbrief-Ausland. Der Wert ist in 10er-Bogen-Erhaltung inzwischen ausverkauft und in die Sammlerspekulation geraten (Preise auf Plattformen 30-40 €). Ebenfalls wird ein Weiterdruck der 60 Cent „Kaiserkrone“ (Mi. 3043, 3046; naßkl./selbstkl.; beide 5.12.2013) zur Bedienung des neuen Postkartenportos auszuschließen sein. Verteuerungen verzeichnen im übrigen auch die bar zu bezahlenden DHL-Postexpreßsendungen. Aber sie sind ja für den Sammler markenfrankierter Sendungen uninteressant. Und für den Versender philatelistischer Stücke überwiegend ebenfalls, weil Paket oder Wertbrief-National brauchbare Alternativen darstellen.

Wie immer bei solchen Vorberichten zu einem neuen Brieftarif der Gelben Post sei der postgeschichtliche Sammler auf das gedruckte Entgelteheft „Preise und Leistungen“ verwiesen, das zum kommenden 1. Juli wie immer kostenlos am Schalter erhältlich sein wird

Damit zur letzten Besonderheit im Pressetext der Deutschen Post. Denn sie nennt dort die Zahl ihrer derzeit noch funktionstüchtigen ATM-Drucker: 1200 Stück! Bei letztmals genannten 2800 Geräten ist das eine Abbau- bzw. Verschrottungsrate von 133 Prozent innerhalb weniger Jahre! –– Aktuelles, Philatelie-Digital 7/2019

Dokumente (PrMitt.Post-AG, Preisübersicht) im Pdf-Format bitte herunterladen:  Beantragte Preisänderungen 1. Juli 2019- PrMitt. 3.6.19_und Vorläufige Preisübersicht 1. Juli 2019