Kategorie-Archiv: Angemerkt

Deutsche Post – einmal mehr bargeldlos / Eine Betrachtung

Die Deutsche Post erleichtert die Online-Versendung von Paketen. Diese Begrifflichkeit ist ganz sicher der Mehrzahl der privaten Postkunden noch immer eine völlig unverständliche Angelegenheit. Gibt man ein Paket auf, geht man zu „seiner Post“ (möglichst nicht zu Stoßzeiten) und bezahlt und schickt es ab. Schluß, aus. Online-Freimachung von Paketen ist aber seit Jahren schon preiswerter. Um sie noch einfacher (und attraktiver) zu machen, landet die Post jetzt den nächsten und – in sich – wirklich bemerkenswerten Coup. Doch was bedeutet er, worum geht es eigentlich? Ein bißchen Hintergründiges, meint der Autor, darf zur Erklärung schon mal sein. Zumal das, was jetzt passiert, den Kunden UNERBITTLICH als die Zukunft vorgestellt wird. – – Philatelie-Digital 7/2019, abgelegt im Ordner „Angemerkt“

Vollständige Beiträge (Eigenbeitrag; PrMitt.der Deutschen Post) im Pdf-Format bitte herunterladen: Deutsche Post – einmal mehr bargeldlos und Mobile Paketmarke – PrMitt Deutsche Post 6.6.2019

Zur Deutschen Wiedervereinigung im 28. Jahr

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Im Regierungsberlin verhaltenes, folglich kalkuliertes Eigenlob, ostentativer Gestus des „Ist noch viel zu tun“, und dann die übliche Scheinheiligkeit  – all das dominiert einmal mehr das offizielle Geplapper am sog. nationalen Feiertag, der dann wohl doch schon bald von einem islamischen Feiertag begleitet werden wird, eingedenk der vom Grünen und ehemaligen KBW-Ideologen Trittin und dem damaligen Kanzler Schröder („heh, heh, heh…“) schon 2004 erhobenen Forderung. Die Deutsche Wiedervereinigung 1990 ächzt 2018 unter den verqueren Ansprüchen einer sog. „progressiven“ System-Publizistik.  Da ist so mancher verstört und rennt besinnungslos und medienverblödet zu den modernen Rattenfängern im Glauben, „wider dem Ungeist“ die Stirn zeigen zu müssen. Als organisierter Philatelist, der noch von Helmut Kohl 1990 im Bonner Kanzleramt gebauchpinselt wurde, ist man sowieso schon völlige Unperson – man begreift es nur nicht. Schon gar nicht der vielschreibende Chronist in der „philatelie“ mit seinem in die Spalten gedonnerten Faktengesülze. Bleibt einstweilen wohl doch nur die faktenbereinigte Besinnung auf das, was mal war. – – „Angemerkt“ in:  Philatelie-Digital 7-2018

Vollständigen Beitrag im Pdf-Format bitte herunterladen:  Zur Deutschen Wiedervereinigung im 28. Jahr

Selbstklebende für Kriminalistik wertlos / Glosse

Einem Pressebericht vom 29. August zu einem Prozeß in Nordrhein-Westfalen gegen einen Erpresser zufolge wurde dieser mit einer heutzutage gängigen wie erfolgreichen Technik entlarvt. Der Mann hatte seine „Geldforderungen“ mit der Post verschickt und dabei, logisch, Briefmarken zur Freimachung genutzt. Nicht irgendwelche, sondern solche heute ja so unmodischen – mit Naßgummi. Die muß man, wie schrecklich, wenn nichts anderes greifbar ist, mit Speichel anfeuchten. Beim Erstellen der Erpresserbriefe selbst hatte der Mann „agentenclever“ Handschuhe getragen. Die DNA auf der Markenrückseite zu entdecken war für die Kriminaltechniker offenkundig ein Kinderspiel. Ein Stück aus dem Kuriositätenkabinett, das schon deshalb auf diesen Seiten eigentlich nichts zu suchen hat.

Die Lage ist aber ernster, trotzdem natürlich mit diesem Seitenblick nicht weniger kurios und für den einen oder anderen sogar erhellend.

Bekannt ist seit nun schon mehreren Jahren: Selbstklebende Postwertzeichen beherrschen den Markenverbrauch in Deutschland immer mehr. Das briefliche Erscheinungsbild – Frankatur – ist dadurch inzwischen zur Einöde verkommen (an deren Zustandenkommen leider zu viele Sammler wesentlich mit beteiligt sind, als sie selber für ihre Korrespondenz ausschließlich Selbstklebende verwenden; der Blog-Inhaber kann darüber bei seinem Postfacheingang eine klare Meinung haben). Viele der naßgummierten Neuheiten landen nur noch in Alben. Die Sammler selbst nervt, daß sie, wenngleich die philatelistische Sachlage klar ist, diese bildgleichen und manchmal auch formatgleichen, in der Perforation aber doch unterschiedlichen Marken mindestens zweimal kaufen müssen, um komplett zu sein.

Vor dem Hintergrund des oben geschilderten Sachverhalts stellt sich damit die Frage: Sind alle Nutzer von Selbstklebenden potentieller Verbrecher, weil sie sich mit dieser Klebesorte unerkennbar machen? Und die „Apologeten“ der naßgummierten Marken  Trottel, weil sie ihr – eventuell potentielles – Tun nicht zu Ende denken?

Oder ist alles ganz anders? Ist die massive Ausweitung bzw. Propagierung der Nützlichkeit von Selbstklebenden vielleicht nicht doch eine Angelegenheit höherer Politik, deren Überschrift dem deutschen Bürger satt-klebend vertraut ist: Wir schaffen das! Wir schaffen es, das Briefmarkensammeln mit seiner Ödnis markenbrieflicher Anschauung – Grafiker- und Werbefuzzis sagen dazu schwiemelnd „Anmutung“ – endlich in den postalischen Mülleimer zu kippen? Was ist mit der Markenvielfalt? Hilfe, was für ein Teilwort! Vielfalt Ist ja im „progressiven“ ideologischen Politjargon unbedingt anzubringen, gleichsam als Betformel.

Es ist doch so: Durch reine Nutzenerwägungen (sog. „teureres“ Handling von naßklebenden Marken im Postbetrieb) wird mit dem Exotendasein von naßgummierten Neuheiten der schon jetzt deutlich erkennbare bildliche Marken-Friedhof zementiert und damit die Verabschiedung vom Neuheitensammeln bei immer mehr Sammlern.

So also ist „Vielfalt“ ergänzend zu verstehen! Es ist das Vielfaltsgequake der ideologischen Betonköpfe, das die Gehirne verkleben soll. Vielfalt heißt hier, alles gleich, ähnlich, praktisch und gut zu machen. Vielfalt in Sonntagspredigten, erstickende Gleichförmigkeit in der Realität. Die Felder, auf denen man sich austoben kann, sind – was schon – vielfältig!  Paßt ja alles: Jene, die ihre moralinsaure, grüne, ja so sehr auf Individualismus pochende sog. „Fortschrittsideologie“ zum Programm erhoben und in den „staatstragenden“ Parteien im Gefolge eines vierzigjährigen Kulturkampfes durchgesetzt haben, sind die ersten, die heute One-World-Einheitspostulate heraustönen und dabei dem Globalismus und der Vereinheitlichung durch die Macht weltumspannender Konzerne das Wort reden, in versteckter Kumpanei mit Handaufhalten/Pöstchenreiten oder ahnungslos. Zu welchen Erkenntnissen ein Prozeß am Aachener Landgericht doch führen kann!

Abgelegt im Ordner „Angemerkt“ – Philatelie-Digital 16/2017

German presidents first

2 c 1903 Pc n Deutschl_mayfair99  George Washington, 1. Präsident der USA

Die USA haben seit dem vergangenen 20. Januar einen neuen Präsidenten. Der Mann kam nicht durch einen Putsch gegen das eigene Volk zum Wahlsieg, er wurde gewählt. Daß er demokratische Regeln eliminiert und Gesetze aushebelt wie das gerade am Bosporus geschieht, ist nicht bekannt. Die so wahrheitstreuen medialen und politischen Kasten in Deutschland ficht das nicht an. Das in Deutschland seit der Wahl Donald Trumps wie ein Dauergottesdienst aufgeführte Polit-Trauerspiel einer zu vernünftig nationalem Denken unfähigen Mainstream-Polit-Medienklasse könnte nun der übliche ideologische Krampf von Salonträumern sein, der zum Lachen reizt, würde nicht viel Schlimmeres in den peinlichen Entgleisungen der Berliner „Wirklichkeit“ zutage treten (in Sonderheit jener des künftigen, erneut nicht vom Volk gewählten Bundespräsidenten): Das seit 1945 zu politischem Kleingeist und geschichtsloser Welterlöseridylle gegängelte und trotz Miliarden-schwerer Spendertöpfe den Euro-Staaten gehörig auf die Nerven gehende, scheinbar ewige Wirtschaftswunderkind führt sich auf wie ein unreifer, dabei noch nöliger, miesgelaunter Nesthocker.  Mamageneration seit 2005, ist dem deutschen Michelkind jetzt auch noch der erdichtete, erträumte Superpapa abhanden gekommen. Das dämmert jetzt einigen und so hagelt es seit Tagen nur noch so an servilen Anbiederungen, gekleidet in Leerformeln über fortgesetzte Partnerschaft und Werte und … Man schüttelt sich …

Der obige Brief zeigt eine Dauermarke der USA aus dem Jahr 1903. Die USA als Markenland sind gespickt voll mit Präsidenten-Dauerserien. Ihren Anfang nahmen sie 1847, die letzten, im modernen Gewand, erschienen 1981. Es sind über weite Strecken preiswerte Marken – auch auf Briefpost. Der postalische Reichtum der US-amerikanischen Dauermarken ist bekanntlich legendär. Der Spaß mit ihnen füllt gewiß ein ganzes Sammlerleben aus. Weshalb Philatelie-Digital geneigt sein könnte, Sammeltips auszusprechen.

„America first“ hören wir nun aus den USA. Schon recht, sieht man mal davon ab, daß Amerika auch noch noch die „Kleinigkeit“ von Kanada, Mittel- und Südamerika umfaßt. Aber, bleiben wir bei dem kernigen Spruch. Er gilt, wie klar zu sehen, für USA-Sammler. Deutsche Sammler müssen nicht unter Entzug ideologisch vernebelnder Politträume und Stimmungen leidend nun nach dem Rechten bzw. Lohnenden suchen – in Übersee. Auch Deutschland hat in seiner Geschichte Präsidentenserien zu bieten – Ebert, Hindenburg, Pieck und Heuss. Wohlan, auf zum Entdecken! (Philatelie-Digital 2-2017)

Sammeldreck (III) – 15 Pf Ziffer grün auf Postscheckbrief

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Bei dieser Meldung werden gestandene, auf solides Fachwissen setzende Briefpostsammler möglicherweise in schiere Verzweiflung geraten. Der Fall nervt den Schreiber immer noch so sehr, daß es bei wenigen Worten bleiben soll. Postscheckbriefe – Schriftverkehr das Postscheckkonto betreffend – mußten auch nach Kriegsende wieder frankiert werden. Anfangs, bis 28.2.1946 zum alten Reichsposttarif 5 Pf, bis 31.7.1948 zur Gebühr von 10 Pf. Danach wurde diese Briefart kostenfrei; Sonderdienste (Luftpost, Einschreiben, Eil) waren jedoch zu bezahlen, die Sendung entsprechend freizumachen. So in etwa (kürzer) steht es auch im Michel-Gebührenhandbuch, 2. Auflage; leider wird dort erstere Information (Postbeginn 1945) nicht gegeben. Warum nicht? Frag Michel!
Dieses Los ist an sich erstmal kein „Dreck“ insoweit, als der Absender den Brief unter Inkaufnahme einer 5-Pf-Verschwendung (möglich, daß ihm eine 10er-Marke nicht zur Hand war) aufgegeben hat. Wichtig ist, was heute mit einer solchen Sendung im Sammelmarkt für Briefpostgeschichte geschieht. Und das läßt sich ja schon eine Weile auf den famosen Ebay-Seiten beobachten. Dort gab (und gibt) es diese Stücke immer wieder, dabei Festpreise (natürlich!) immer in dreistelliger Höhe. Hinweise an Ebay? Vergebene Mühe von Philatelie-Digital. Das ist den chicos mit den schwarzen Dollarzeichen vorm Kopf völlig egal! Bei einem Hakenkreuz auf einer Briefmarke – da wird allerdings schweres Geschütz aufgefahren: Wehret den Anfängen! Das „Böse lauert überall“…
Dieses Stück hier, mit Bleistiftnotiz „900 €“, wurde im November auf einer Auktion mit Sitz nahe des Bodensees zugeschlagen. Für 320 €. Der Beschreibungstext unter der Rubrik „Gemeinschaftsausgaben“ lautete: „Mi. 922, 1947, 15 Pfg. Ziffer als EF auf Postscheckbrief gest. ‚Ansbach 11.09.47‘, Mi.1500,-, Ausruf: 200.-“
Der Autor erfuhr von dem Verkauf und erkundigte sich. Der Auktionator gab dem zunehmend sprachlosen  Anrufer bereitwillig Auskunft. Er habe sich auch gewundert, doch der Käufer habe Kopien vom Los verlangt, er kannte den Ausruf, er…. Kannte was? Nun ja, aber was wisse der Auktionator? Ja, überfrankiert, aber der Kunde entscheide. Und wenn der Kunde jetzt das Ding prüfen lasse und die Prüfung des „ja so teuren“ Beleges (übrigens, völlig überhöht vom Michel, seit Jahren schon!) eben wegen des Überfrankiertseins abgelehnt werde (was soll ein BPP-Prüfer, der sein Handwerk ernst nimmt, dafür verlangen können, auf welcher Kataloggrundlage?), wenn ihm also das Ding zurückgeschickt würde? Da wurde das Gespräch nun doch peinlich, sehr peinlich. Oder doch nur für den Anrufer?
Die 1500 Euro Michel – nehmen wie sie für den Moment ernst – stehen einzig und allein für eine Einzelverwendung auf einer Drucksache-Ausland, für nichts anderes. Diese Belege, mit echtem Stempel und echter Anmutung, sind extrem selten. Die lila 15er ist geradezu eine Mauritius unter den Nachkriegsstücken! Egal, für ein Schwärmen fehlt hier jeder Grund. Aber jeder Auktionator sollte dieses kleine Micheleinmaleins beherrschen –  was ja auch anzunehmen ist. Eigentlich. Doch daß der Losbeschreibung das Detail „überfrankiert“ fehlt, was wird der Grund sein, wenn kein Versehen vorliegt?
Daß der Ausruf auf 200 Euro festgesetzt wurde, spricht ja Bände. 5 oder 10 Euro – das wäre vielleicht konform gewesen – auch zum eigenen Ansehen. Daß der Kunde den beinahe wertlosen Beleg „unbedingt“ haben wollte, wofür spricht das? Ein letztes: Es gibt solche und solche Überfrankierungen, etwa bei Infla. Da wird bei starkem Preisnachlaß im Wissen gekauft, daß die Zeitumstände völlig chaotisch, etc., waren:  Der intrinsische Wert (Edwin Müller) solcher Belege ist klar erkennbar. Doch hier ist das Gefälle zwischen in großer Zahl vorhandenen richtig frankierten 10-Pf-EF von Postscheckbriefen und der einzige raren Verwendungsmöglichkeit riesig! Übrigens, der Auktionator bot so einen portorichtigen 10-Pf-„Ziffer“-Beleg an,  „gegen Gebot“ . Warum nicht diese 15 Pf grün?