Archiv für den Autor: werner.rittmeier

Nachtrag zu „Österreich“ (Ergänzung zu Folge 1)


Economy-Brief Europa, Tarif 1.4.2020 (21-75g), gelabelt mit Schalterfreistempel (Briefausschnitt)

Der Nachschlag gilt Österreich, dem Land, mit dem der Auftakt zu dieser kleinen Serie erfolgte. Schon bei Veröffentlichung des Beitrags zu 1/2022 war abzusehen, daß nicht zuletzt wegen der Beliebtheit des Sammellandes die Darstellung nicht „reichen“ würde.

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Posttarif-Übersichten ausgewählter europäischer Länder

  Aktuelles Entgelteheft der Post mit Service-Plus (S. 3)

Sodann: Es gilt die aktuellen bzw. neuen Posttarife einiger westeuropäischer Länder vorzustellen! Die Auswahl bedeutet nicht, daß diesen Ländern im Gegensatz zu anderen ein allgemein höherer (Sammel-)Rang zukäme.  Es sind schlicht Länder, die der Autor in der einen oder anderen Weise brieflich sammelt. Bedeutet: Hier kennt er sich aus (halbwegs, manchmal auch schon ganz gut).

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Nachtrag: Ende der Markenfreimachung bei Päckchen

Seit dem 1. Januar 2021 gilt die neue Freimachungsregelung für Päckchen. Im Preisverzeichnis “Preise und Leistungen” der Gelben Post, dort auf Seite 69 bis 70, wird der Postkunde darüber informiert, daß Briefmarken für eine Frankierung von Päckchen nicht mehr zulässig sind. Das gilt das auch für Sendungen ins Ausland.

Einen Hinweis auf das Warum liefert die Antwort von Deutsche Post DHL an den Informationsdienst „Inside Digital“. Darin schreibt Hans-Christian Mennenga, Leiter Pressestelle Nord der Deutsche Post DHL Group:

“Zur Vereinfachung des Produktportfolios können DHL-Päckchen seit dem 1.1.2021 nicht mehr mit Briefmarken frankiert werden. Der Anteil von Päckchen, die mit Briefmarken frankiert werden, ist seit Jahren deutlich rückläufig”.

Verbleibende Alternativen sind die in den Geschäften und Filialen erhältlichen selbstklebenden Versandscheine (Postaufgabe am Schalter mit Barbezahlung) und das Online-Frankieren. Die fragliche Webseite lautet: dhl.de/onlinefrankierung. Eine DHL-App steht ergänzend zur Verfügung. Darüber hinaus gültige Freimachungsformen sind die  Postangebote „Internetmarke“ (bis Juni 2010 STAMPIT),  „Päckchenmarke“ (Label im Schalter- u. Postshop-Angebot) und FRANKIT (Freistempelung durch die Post). Auch ist die Frankierung mit Freistempelmaschinen inklusive DV-Freimachung weiterhin möglich bzw. zulässig.

Der Ausschluß  von Briefmarken für eine Freimachung kam überraschend. Der genannte Informationsdienst schreibt dazu: „Auf Twitter relativierte die Deutsche Post DHL diese harte Aussage inzwischen. Es gäbe bis Ende Juni (2021! der Verf.) ) noch die Möglichkeit, bereits erworbene Briefmarken mit der entsprechenden Frankierung im Rahmen einer Übergangszeit zu nutzen. Bereits gekaufte Briefmarken verfallen also nicht.“
(Quelle: https://www.inside-digital.de/news/paeckchen-versand-deutsche-post-aendert-die-regeln)                                                                                                                Philatelie-Digital / Dez 2021 

       
Onlinefreimachung, nie mit Datum (li.o.), Versandschein bei Einlieferung am Schalter (m. Datum der Postaufgabe; re.o.) und Päckchen S mit Briefmarke 379 Cent (u.). Dies ein Beispiel für letztmalige Briefmarkenverwendung. Die Entgelte 379 Cent und 450 Cent (Päckchen M) sind seit dem vergangenen 1. Januar Filial- wie Onlinepreise. Kaum vorstellbar, daß die Post S-Päckchen noch länger mit Münzzahlung 3,79 € entgegennimmt!

Dialogpost-Entgelte: Erhöhung ab Januar 2022

Die Angaben zur „Blumen“-Dauerserie im letzten Blog-Eintrag sind zu korrigieren. Die neue Berichtslage teilte schon früh die Versandstellenpublikation „Philatelie aktuell“ mit ihrer Ausgabe 25-2021 mit. Danach erscheinen am kommenden 3. Januar noch zwei Werte zur Freimachung des Standardsegments der Dialogpost (Massensendungen).
Die neuen Nominalen zu 32 Cent und 37 Cent werden aufgrund der steigenden Entgelte für die Standardsendungen (Briefform) bis 20 g bzw. 21 bis 50 g notwendig. Der Preis für die Versendungsform „Postkarte“ bleibt mit 28 Cent unverändert. Von einem weiteren Druck dieser Marke ist folglich auszugehen. Versender, so scheint es, beachten dieses nochmals ermäßigte Sendungsangebot aber offenkundig kaum. Trotz intensiver Suche im Sammelmarkt hat der Autor eine solche Verwendung noch nicht entdecken können.
Die Post als Herausgeber von Dauermarken (inkl. Automatenmarken) nutzt damit die neue Dauerserie „Welt der Briefe“ und dem dort aufgedruckten Matrixcode für Massensendungen nicht.

  Schneeglöckchen        Rotklee

Apropos „Blumen“-Dauerserie
Noch zwei Dinge zu den „Blumen“, die sich bekanntlich zur bislang umfangreichsten deutschen Dauerserie seit Ersterscheinen 2005 gemausert haben: Hier erstaunten oder je nach Blickwinkel verärgerten zuletzt die Nachschieber von schon vorhandenen Nominalen mit neuen Motiven. Letzte Beispiele: die im letzten Blog-Bericht genannten Wertstufen zu 50 Cent und 200 Cent. Zuvor fielen in dieser Hinsicht schon die ebenfalls Sammlergeld schröpfenden Werte zu 5, 10, 20 und 145 Cent unangenehm auf. Sie verdankten sich ja nicht einem neuen Posttarif, etwas, womit sich die geänderten Motive bei den Nominalen zu 45, 60, 70, 80, 90 und 220 Cent (dürftig) erklären ließen.
Zum anderen hat die zuständige Bonner Abteilung in der Postzentrale nach langem Warten der Sammlerschaft die Auflagenzahlen der seit 2005 erschienenen Neuheiten vorgelegt. Wie zu erwarten war, sind es „Gesamtmengen“, d.h., es wurde nicht nach den Produktionsformen Bogen-/Rollenmarken unterschieden. Spezialsammler gehen noch einmal mehr leer aus, als die Änderungen bei den Zählnummern ebenso unberücksichtigt blieben wie die Unterscheidung der Bogen nach „mit/ohne EAN-Code“.
Etwas ärgerlich ist es, daß die Vorstellung der Zahlen all zu deutlich auf den Abdruck im Michel-Deutschland-Katalog 2021/2022 zielt. Es fehlt die Angabe des Nennwertes, dafür wird die Michelnummer gebracht. Nicht jeder aber kann sich und will sich jedes Jahr den inzwischen 62 Euro kostenden Deutschland-Normalkatalog leisten. Selbst dann nicht, wenn er inzwischen auch vom Phila-Shop der Gelben Post vertrieben wird.

PDF-Dokumente bitte herunterladen: Dialogpost Entgelte 1.1.2022_Post-Serviceblatt und Dialogpost – Preise alt neu_koopmanndruck und Auflagen_DS_Blumen_2005-2018 und Auflagen_MH__FB_2005-2020 und Auflagen_Sondermarken_Blocks_2013-2021

2022 neue Dauerserie „Welt der Briefe“

Die seit 2005 erscheinende Dauerserie „Blumen“ erlebt 2021 mit dem Erscheinen der ersten Werte der Nachfolgerserie „Welt der Briefe“ ihr Produktionsende. Letztmalige Neuheiten der „Blumen“ erschienen 2020: 30 Cent (Taglilie, naß- u. selbstklebend, 2. Jan.; Mi. 3509 bzw. 3516), 50 Cent (Zinnie, naßkl., 2. April; Mi. 3535) und 200 Cent mit Motiv „Purpurknautie“ (naßkl., 6. Aug.; Mi. 3556).

Ersttag der vier ersten Werte der neuen Serie war der 2. Dezember. Deren Besonderheit: Alle vorgesehenen Wertzeichen sind mit einem Matrixcode ausgestattet, selbiger befindet sich auf einem weißen Nebenfeld. Das macht die neuen Dauermarken größer. Unverändert bleibt es je nach Anforderungslage am Schalter bei den Gummiausstattungen „Selbstklebend“ (sk) und Naßgummiert sowie den Produktformen 10er-Bogen, SK-Sets (jeweils alle 4 W.) und Rollenmarken (bislang nur der 5-C-Wert, 200er-Rolle).

Alles zum Hintergrund der neuen Dauerserie ist in der Pressemitteilung der Post vom 1. Dezember 2021 nachzulesen. Die technischen Details zu den Marken finden sich dort nicht. Die seien hier kurz in einem „Steckbrief“ aufgeführt:

+   Entwurf: Bettina Walter, Bonn
+   Format: Breite: 31,80 mm; Höhe: 30,13 mm
+   Format Zehnerbogen: Breite: 83,60 mm; Höhe: 170,00 mm
+   Anordnung Paz: 2 PWz nebeneinander, 5 PWz untereinander
+   Anordnung EAN-Code: Auf allen vier Randstücken der schmalen Markenbogenseite wird
ein AN-Code platziert. Die betreffenden Randstücke bleiben weiß.
+   Druckerei: Bundesdruckerei GmbH, Berlin
+   Bedruckstoff und Druckverfahren: Gestrichenes, weißes und fluoreszierendes
+   Postwertzeichenpapier DP II; Mehrfarben-Offsetdruck
+   Ausgabetag: 2. Dezember 2021

                 Vier Werte mit Druckjahr 2022 erschienen vorab am 2. Dezember. 

Auch seien die Leistungen des Matrixcodes hier noch einmal in Stichworten erwähnt:
–    Basis-Sendungsverfolgung von Briefen und Postkarten per App
–    Besagte App ermöglicht interessante Informationen zur Briefmarke und dem Motiv

PDF-Dokumente bitte herunterladen: Welt der Briefe – Neue Dauerserie – PrMitt 1.12.21 und Matrixcode – Digitaler Wandel PrMitt 2.2.21

Auslandsentgelte 2022 unverändert

Im Netz und dabei nicht auf den Homepages der Gelben Post fand sich jetzt, am 13. d.M., eine Gesamtaufstellung der Post zu den wichtigsten Entgelten für den nationalen und internationalen Versand ab dem 1. Januar 2022. Sie zeigt zur Überraschung des Autors keine preislichen Anhebungen beim markenfrankierten Briefversand ins Ausland. Eine erfreuliche Nachricht. Es bleibt aber offen, was die Post beim „Warenversand“ (nur Online-Freimachung) oder im Frachtbereich (nicht genehmigungspflichtige Entgelte) plant. Doch ist besagter Frachtsektor  für den Briefpostsammler mit Ausrichtung Markenfrankaturen seit dem 1. Januar 2021 sowieso uninteressant geworden, als die Markenfreimachung bei Päckchen nicht mehr zulässig ist.

PDF-Dokument bitte herunterladen: Preisübersicht national international 1.1.2022

Post erhöht Briefentgelte zum 1. Januar 2022

Die letzte preisliche Generalüberholung fand am 1. Juli 2019 statt. Jetzt nun, wie erwartet, ein halbes Jahr früher, die neuen, von der Bundesnetzagentur genehmigten Entgelte. Von einer generellen Drei-Jahres-Gültigkeit des Posttarifs kann keine Rede sein. Nach dem 1. Juli 2019 legte die Post drei Preisverzeichnisse (Entgeltehefte) mit geänderten Entgelten auf (1.5.2020, 1.7.2020 u. 1.1.2021) auf. Daran wird sich auch künftig ganz sicher nichts ändern. Irgendwie müssen die Milliardengewinne für das gelbe Shareholder-Aktien-Unternehmen ja zustande kommen (Geschäftsjahr 2020: 3,650 Mrd € Gewinn).

Informationsaussendungen nur noch für „Big-Player“
Besonders hervorhebenswert seit Juli 2019 war weniger, daß am 1. Januar 2020 für Geschäftskunden  die bisher geltenden Rabatte zum 1. Januar 2020 über alle Basisprodukte und Rabattstufen hinweg um zwei Prozentpunkte abgesenkt wurden. Das traf auch den Werbe-Großversender im Philamarkt. Im  2,2 Milliarden Euro schweren Geschäftsbereich Dialogpost  verteuerte sich die Standardsendung um 2 Cent auf 30 Cent, auch wurde  die Mindestmenge, ab der dieser Preis gilt, von 4.000 auf 5.000 angehoben. Für Versender philatelistischer Informationssendungen kleineren Umfangs – Vereine, Arbeitsgemeinschaften – war der Zug schon vorher abgelaufen. Selbige hatten bis Ende 2012 noch preiswert die Sendungsart „Infobrief“ nutzen können. Seitdem ist für den Arge-Rundbrief (usw.) die volle Briefgebühr fällig. Ist dieser prekäre Kostenzuwachs den Vereinsmitgliedern, die sich über Anhebungen des Vereinsbeitrags beklagen,  bewußt?

Zollgebühr schaufelt  internationalen Kleinsendungen das Grab
Dann, am 1. Juli 2021, traf es alle im Philamarkt,  Klein- wie Großkunden. Seit dem Juli gelten neue Regeln im grenzüberschreitenden Internethandel. Sendungen aus Ländern außerhalb der EU sind zoll- und umsatzsteuerpflichtig. Betroffen sind also Warenlieferungen beispielsweise aus Asien, Ozeanien, den USA oder aus Großbritannien. Die Freigrenze von 22 Euro wurde aufgehoben. Ausnahmen gibt es nur noch für Sendungen, deren Warenwert so gering ist, daß die anfallende Umsatzsteuer weniger als 1 Euro beträgt – was einem Preis von maximal 5,23 Euro entspricht. Kleinkäufe über ebay.com, ebay.co.uk oder ebay.com.au lohnen daher aus preislicher Sicht wohl nur noch selten. Die Anbieter stellen seit vergangenem Juli  die Zollgebühr gnadenlos in Rechnung. Ob das allen Ebay-Käufern inzwischen klargeworden ist? Der Umsatzeinbruch für die fraglichen Internetplattformen muß beträchtlich sein!

Päckchen nicht mehr markenfrankiert
Ein Knaller jedoch war im vergangenen Geschäftszeitraum das Aus für die Briefmarkenfreimachung von Päckchen national und international. Seit Anfang 2021 ist sie nicht mehr zulässig. Am 1. Januar 1920 wurde das Päckchen von der Reichspost eingeführt. 100 Jahre preiswerter philatelistischer Versand – sei es der von Marken-Auswahlen, Bestellungen, zum Beispiel unter Einschreiben(!)  oder des Katalogversandes  – sind seit dem vergangenen Januar Geschichte. Kulanzweise konnten die Marken zu 3,79 € und 4,50 € noch für die jeweiligen Päckchenarten im Inlandsverkehr bis  30. Juni aufgebraucht werden. Päckchen mit Ziel Ausland waren gleichwohl als solches und mit Blick auf internationale Anbieter schon länger ein Anachronismus. Länder wie Frankreich, Italien oder Niederlande kennen ein solches international preislich niedriges Sendungsangebot schon lange nicht mehr.

Womit der Blick noch einmal auf die Pressemitteilung der Bonner Postzentrale gelenkt wird. In ihr ist von Preisen für Sendungen ins Ausland mit keinem Wort die Rede. Doch auch hier muß sicher mit Preisanhebungen gerechnet werden. Das wird man dann im neuen gedruckten Preisverzeichnis nachlesen können.

PDF-Dokumente bitte herunterladen: Neues Briefporto ab 1.1.2022 bestätigt_Post-PrMitt 10.12.21 und Briefpost-Preise neu alt 1.1.2022 

Schon wieder Verkaufsdreck mit Bund Mi. 159

 Bund Mi. 159 auf Brief-Ausland: Schrott!

Im April dieses Jahres nahm sich der Autor knifflige Stücke aus der Nachkriegszeit vor, darunter auch ein Stück aus der mittlerweile gängig gewordenen 1.-Liga-Ware von Bund, 50er Jahre. Den Sondermarken dieser Zeit eignet bekanntlich der Nimbus des Werthaltigen. Das ist berechtigt, daran hat sich prinzipiell bis heute auch nichts geändert. Mögen die Marktpreise für lose Stücke – postfrisch, gestempelt/gepr. BPP – aus bekannten Gründen in den letzten Jahren teils erschreckend gefallen sein, ändert das für den ernsthaften, phila-geschichtsbewußten Sammler an der hervorragenden Aura dieser frühen Bund-Neuheiten nichts.

Viele  Jahrzehnte waren die Marken aus diesen zehn Jahren mit ihrer teils sehr geringen Auflage begehrt, für viele Sammler mit wenig Taschengeld damit bis in die 60er Jahre schier unerreichbar. Was dann ein mieser, krimineller Dreckshandel jahrelang auszunutzen verstand, indem er entfalzte und/oder nachgummierte hochpreisige Katalognummern jenes Jahrzehnts mit blumigen Worten als „postfrisch“ unterpreisig in den Markt schleuste und mit leider leichtem Dummenfang massenhaft loszueisen verstand. Zum Glück sind seit einigen Jahren in den Markenkatalogen die fraglichen Katalognummern mit einer Raute gekennzeichnet  (da hat sie ihren Sinn und ist sie bildlich überzeugend!!!): Wer diese Marken heute noch BPP-ungeprüft erwirbt und bei nachmaliger Prüfung (und Verstreichen der Umtauschfrist) als (teil-)verfälscht attestiert bekommt,  ist selber schuld.

„Auf Brief“ wurden in Sonderheit die Hochwerte der Zuschlagsmarken viele Jahrzehnte lang dem Sammler als „Satzbrief“ schmackhaft gemacht. Sie wurden als das  Nonplusultra gepriesen. Die Freude, so einen – meist überfrankierten, „echt gelaufenen“ – Beleg zu besitzen, möglicherweise noch vom Erstverkaufstag der Markenneuheiten,  war allenthalben und für lange Zeit dominant.  Wer so etwas als „Auflockerung der Markensammlung“ besaß (ein hübscher, aber schon immer abseitiger Werbespruch des Handels), wurde beneidet.  Bis ein eigenständiges, postgeschichtliches Denken in der Philatelie einsetzte. Es verlangte Portorichtigkeit der Frankatur und es achtete auf den vielfältig wirksamen Sammlereinfluß solcher Sendungen, der nicht selten in „Mache“, wenn nicht noch Schlimmeres endete. Und dieses neue Wissen stellte Einzelfrankaturen und Mehrfachfrakturen in den Fokus. Das ist bis heute so und daran wird sich auch nichts mehr ändern. Denn dieses Frankaturen sind grundsätzlich seltener als Mischfreimachungen aller Art.

Die auftauchenden Begriffe „Bedarfsbrief“, „Bedarfsverwendung“, „Bedarfsfrankatur“ waren jedoch nicht neu, sie gab es in verstärkter Nutzung  schon seit den 30er Jahren, als wache Sammler begannen, das Sammelgebiet „Deutsches Reich Inflation 1916-1923“  mit bis heute gedeihlicher Energie in „echt INFLA“ und in den Schund aus Mache und vor allem Stempelfälschungen zu separieren.

Dieser oben gezeigte Brief ist Bedarfspost. Die klugerweise mit weichem Bleistift vermerkte Anmerkung (li.u.)  über die (für einen Auslandsbrief 20g richtige) Portohöhe stört nicht, man kann sie überdies mit einem weichen Radiergummi entfernen. Doch das ist nur eine Petitesse. Denn natürlich muß des Sammlers Augenmerk auf dem abgeschlagenen Tagesstempel liegen.

Der zeigt genügend Kennzeichen einer Echtheit. Was bei seinem „Inhalt“ auch logisch ist! Denn das enthaltene Stempeldatum liegt wie bei der Meldung im vergangenen April außerhalb der Postgültigkeitsphase. Es zeigt als Jahr zweifelsfrei „54“. Die Postgültigkeit des 1952 erschienenen Wohlfahrtssatzes (Mi. 156/59) endete jedoch am 31. Dezember 1953. Abgesehen von den für diesen Spitzenwert mißlichen Zahnverkürzungen (re.o.; untere Zähnungsreihe 7. Zahn, Bildvorlage!), die den Ebay-Verkaufspreis in Höhe von 59,95 € rechtfertigen könnten  (Normalpreis um die 100 bis 120 Euro), ist der Beleg NICHT sammelfähig in einer Sammlung, die portorichtige, echte Bedarfsstücke aufnehmen will. Und das strebt ja wohl jeder Bedarfspostsammler an! Der Beleg gehört aussortiert und in den Müll – er ist nichts wert und damit auch keine  59,95 Euro!

Der Anbieter (100% positive Bewertungen, 966 an der Zahl)  beschreibt seine Ware so:  „Bund EF Mi-Nr. 159 1954 Grossenried nach Österreich – einwandfrei“.

Der Autor hat im gutem Willen diese „1954“ in der Titelzeile erst gar nicht „wahrgenommen“, sondern sich gleich den Beleg akribisch vorgenommen. Der Anbieter, den Ebay als

Verkäufer mit Top-Bewertung:
  • Einer der besten eBay-Verkäufer

listet, schreibt also selber „1954“.  Das ist man doch baff! So viel Top und dann nicht mal im Besitz von Katalogminimalkenntnissen sein. Das ist wirklich top!

Noch diese Anmerkung: Während von den 30ern der Vorgängerserien 1949 und 1951 (Mi. 120, 146) bislang nur selten Stempelfälschungen (bei allerdings viel Mache) bekannt wurden, scheint für den 1952er Höchstwert angesichts weiterer unschöner Erfahrungen die „Echtheitslage“ auf Brief prekär zu sein!

                                                                                                               Philatelie-Digital 8-2020

Termine in Zeiten der Corona-Epidemie

    Markenmesse Essen: Ohne sie geht es einfach nicht!

Wie gemeldet, wurden die beiden Essener Großveranstaltungen, die Int. Briefmarkenmesse Essen 2020 und die Weltausstellung IBRA 2021, abgesagt. Jetzt wurde bekannt, daß die viertägige Verkaufsmesse im nächsten Jahr stattfinden soll.  Im Mai an alter Stelle in der Halle 1 A der Messe Essen. Geplanter Termin: 6. bis 8. Mai 2021 (Do-So). Die IBRA wird nach jetziger Lage im Mai 2023 durchgeführt. Nach dem Aus für die diesjährige Briefmarkenbörse Sindelfingen (Okt.)  können alle Beteiligten, die an der Erhaltung eines philatelistischen Marktes interessiert sind,  guter Dinge sein.

   Rang-1-Ausstellung in Berlin: Sie kommt noch!

Damit zur OSTROPA (Intern. Rang-1-Ausst., Berlin):  Der bereits gefundene neue Termin 5.8.2020 konnte nicht, der neue im November wird  nicht wahrgenommen werden. Die Veranstaltung ist auf 2021 verschoben worden. Das gilt auch für die Weltausstellung CAPETOWN 2021, die nun vom 9. Bis 13. November 2021 stattfinden soll. Dr. W. Leupold vom Organisationskomitee der OSTROPA: „Das Organisationsteam bedauert es sehr, die große Zahl von Ausstellern aus den 14 Teilnehmerländern, darunter natürlich viele aus Deutschland, auf das nächste Jahr vertrösten zu müssen. In einem ersten Gespräch signalisierte uns das Russische Haus für Wissenschaft und Kultur seine Unterstützung für unseren Wunsch, die OSTROPA im Juni 2021 im geplanten Rahmen in Berlin durchzuführen.“

Hier also wieder Licht bei so viel Schatten. Doch das gilt nicht für die 38 Termine von kleineren und mittelgroßen Veranstaltungen (Tauschtage, Börsen) in Deutschland im Zeitraum 30.8. 2020 bis 14.2.2021. Sie  wurden ersatzlos abgesagt. Ebenso die Münzen-Großbörsen in Dortmund (6.9.)  und Stuttgart (19./20.9.). Die Meldungen hierzu erschienen auf der Website des BDPh (www.bdph.de). Allerdings nennt die Seite für den Zeitraum 5. bis 13. September fünf Tauschtagstermine (Kakenstorf/Tostedt, Chemnitz, Pretzier/Salzwedel, Magdeburg und Lingen). Einzelheiten dazu auf der genannten Seite; telefonisches Erkundigen über die wirkliche Durchführung ist ratsam.

Nicht alles ist „tot“

So meldet Heinz Friedberg vom BSV Dietzenbach (Städtchen in der Nähe Offenbach) Erstaunliches. Im Vereinsrundbrief 9/2020 heißt es: „Nachdem die Corona-Maßnahmen Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen zugelassen hatten, holten wir die wegen der Pandemie im Mai ausgefallene Vereinsauktion am 16. August nach. Zwar mußten alle Anwesende Mundschutz tragen und den vorgeschriebenen Abstand einhalten, Doch dafür war genügend Platz. Nahezu 30 Sammler waren gekommen, um die ausgelegten Lose zu besichtigen und zu wählen, was in ihre Sammlung paßt. Die niedrigen Ausrufpreise führten bei etlichen Losen zu regelrechten Bietergefechten. Die nächste Vereinsauktion ist für den 27. September angesetzt.“

Des weiteren nennt er für den weiteren Umkreis seiner Heimatstadt die geplante Durchführung von zwei philatelistischen Veranstaltungen. Zu Recht empfiehlt er vor einer Anreise vorheriges Anfragen. Die beiden folgenden Termine sind in der BDPh-Zentralseite gezeigten Auflistung von gestrichenen Terminen NICHT enthalten (Stand 31.8.):

20.09.2020: Briefmarkensammlerverein Alzenau e. V., Großtauschtag, Prischoßhalle, Prischoßstraße 56, 63755 Alzenau, 08:00. bis 15:00 Uhr, Tel. 06023-3636.

27.09.2020: Briefmarkentauschring Obernburg, Großtauschtag, Stadthalle, Jahnstraße 7, 63785 Obernburg am Main, 09:00 bis 14:00 Uhr, Tel. 01522-9559492.

Und es gibt noch weitere gute Meldungen. So berichtet die September-Ausgabe der „philatelie“ von einem Stattfinden des diesjährigen ArGe-Literaturwettbewerbes in Verbindung mit dem Rauhut-Literaturpreis.. Eine öffentliche Veranstaltung werde es jedoch nicht geben.

  Ersttag der Neuheit: 3. September 2020.

Der „Tag der Briefmarke 2020“ steht unter dem Zeichen der AM-Post-Marken, die vor 75 Jahren durch den Weltkriegssieger USA ausgegeben wurden. Sechs öffentliche Veranstaltungen sind im Zeitraum 19. September bis 18. Oktober vorgesehen (Details s. www.bdph.de, „Philatelie“, September-Ausgabe/Print). Sicherlich werden diese Termine unter den inzwischen üblichen Einschränkungen durchgeführt – aber, wie es derzeit aussieht, finden sie statt!

   Ausstellung Im Internet!

Die RUHRVIA 2020 wurde als als virtuelle, regionale Ausstellung durchgeführt, die NAPOSTA 2020 (1.9.-30.9.2020) wird es gerade. Nichts weniger als „weitere Lebenszeichen der Philatelie“ will man mit der Internetveranstaltung geben und es Ausstellern „ermöglichen, sich noch für die IBRA‘ 2023 zu qualifizieren“. Eine Webadresse für die virtuelle Ausstellung wurde bis zum Berichtsschluß (31.8.) noch nicht genannt.

„Vorträge Digital“ – BDPh baut Angebot im Netz weiter aus

Der Bund Deutscher Philatelisten e.V. treibt sein Angebot von digitalen Vorträgen voran. Künftig sollen zwei Vorträge im Monat zur Lektüre bzw. zum Download angeboten werden – jeweils am 1. und am 15. eines Monats. Das Ziel ist, auf interessante Themen aufmerksam zu machen und gleichzeitig für die Philatelie zu werben (www.bdph.de/index.php?id=86).  Philatelie-Digital 8-2020

IBRA 2021 auf Jahr 2023 verschoben / Messe Sindelfingen 2020 abgesagt

Der Bund Deutscher Philatelisten e.V. teilte am vergangenen 28. Juli auf seiner Homepage diese längst erwarteten unangenehmen Neuigkeiten mit.

Internationale Weltausstellung IBRA 2021 wird verschoben (28. Juli)
(BDPh) Die für Mai 2021 in Essen geplante Briefmarken-Weltausstellung IBRA wird wegen der Corona-Pandemie verschoben. Dies hat der Vorstand des Bundes Deutscher Philatelisten e.V. (BDPh) in einer außerordentlichen Sitzung gemeinsam mit Mitgliedern des IBRA-Kernteams beschlossen. „Wir bedauern das sehr, aber die derzeitige Planungsunsicherheit ist zu groß“, sagte BDPh-Präsident Alfred Schmidt nach der Telefonkonferenz. Vorgesehen wird die IBRA jetzt für das Jahr 2023, die Gespräche mit der Messe in Essen sind dazu bereits angelaufen. Dabei bevorzugt der BDPh einen neuen Termin im Mai 2023.
Alfred Schmidt und BDPh-Generalkommissar Walter Bernatek betonten, dass sich der Verband die Entscheidung nicht leicht gemacht habe: „Leider lässt uns die aktuelle Lage bei Betrachtung aller vorliegenden Fakten und Einschätzungen aber keine andere Wahl.“ Dabei wurden unter anderem die allgemeine Situation der Pandemie, gültige Hygienekonzepte, allgemeine Vorschriften für Veranstaltungen sowie Entwicklungen im weltweiten Flugverkehr bzw. Reisewarnungen und Quarantänevorschriften analysiert und gewichtet.
Der Verband bedankt sich bei den Sponsoren sowie den zahlreichen Förderern, die sich in den vergangenen Monaten mit erheblichen Summen für die IBRA eingebracht haben. Auch hier finden jetzt Gespräche statt, um die weitere Zusammenarbeit abzustimmen und gegebenenfalls in veränderte Verträge münden zu lassen. (…)

In Baden-Württemberg ist zum vergangenen 1. Juli eine neue „Rechtsverordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus“  in Kraft getreten. Der folgende Passus ist für das in dem Bundesland liegende Sindelfingen als dem Veranstaltungsort für die Int. Briefmarkenbörse der entscheidende. Er findet sich in §10, Abs. 3, Pkt 2: „Untersagt sind Veranstaltungen mit über 500 Teilnehmenden bis einschließlich 31. Oktober 2020.“
 In §4 der Hygieneanforderungen heißt es zudem verpflichtend: „eine bestehende Möglichkeit bargeldlosen Bezahlens“. Die überwiegende Form der Bezahlung auf Messen aber läuft über Bargeld. Die Abstandsregel für Besucher und Stände  macht zudem eine sich wirtschaftlich  rechnende Messe unmöglich (Stände bei gegebener Quadratmeterzahl).

Internationale Briefmarken-Börse Sindelfingen 2020 abgesagt
Der BDPh zitiert in seiner Mitteilung aus einem Schreiben der Messe Sindelfingen an die Aussteller. Es heißt dort:

„(…) Wir waren zuversichtlich und fest entschlossen, unsere Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. Jetzt treffen die immer noch anhaltenden Folgen der Corona-Pandemie aber auch Deutschlands bedeutendste Briefmarkenmesse.
Wir sehen uns leider gezwungen, die Internationale Briefmarken-Börse Sindelfingen, die für den 22. bis 24. Oktober 2020 geplant war, abzusagen.
Grundsätzlich sind Messen in Baden-Württemberg ja inzwischen wieder möglich – allerdings müssen wir mit gravierenden Auflagen hinsichtlich Abstands-, Hygiene- und sonstiger coronabedingter Regelungen rechnen. Wir haben alle bislang bekannten Gegebenheiten überprüft, eine gründliche Kalkulation vorgenommen und überdies eine Umfrage gestartet, welche Aussteller unter den aktuellen einschränkenden Bedingungen an der Internationalen Briefmarken-Börse 2020 teilnehmen möchten.
Als Ergebnis hat sich leider Folgendes herausgestellt: Zum einen ist es für uns nicht möglich, unsere Internationale Briefmarken-Börse Sindelfingen im gewohnten Rahmen für alle und mit dem gleichen Konzept durchführen zu können. Zum anderen haben viele Aussteller ihre Bedenken geäußert und sich angesichts der einschränkenden Bedingungen aus verschiedenen Gründen gegen eine Teilnahme an unserer Messe entschieden.
Die Messe Sindelfingen sieht sich aufgrund dieser Tatsachen nicht in der Lage, der Internationalen Briefmarken-Börse Sindelfingen in diesem Jahr eine Perspektive zu geben. Wir sind uns der Tragweite dieser Entscheidung bewusst und sehr traurig, dass die Messe in diesem Jahr abgesagt werden muss.
(…) Wir laden Sie bereits jetzt herzlich dazu ein, an unserer Internationalen Briefmarken-Börse Sindelfingen 28. bis 30. Oktober 2021 wieder teilzunehmen. (…)“

Rang 2 Ausstellung in Würzburg abgesagt
„Die Rang 2 Ausstellung ´WÜBA 20`, die vom 11. bis 13. September in Würzburg, Kürnachtalhalle, Werner-von-Siemens-Str. 93, stattfinden sollte, kann aufgrund der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden. Der Verein für Briefmarkenkunde Würzburg von 1880 e.V. bittet um Verständnis.“
                                                                                                              Philatelie-Digital 7-2020