Kategorie-Archiv: Aktuell

Fußball (II)

GB-WM66

Bild: silba / delcampe

Liebe Engländer, die Niederlage im Achtelfinale vor zweieinhalb Stunden gegen Island zeigt nicht nur Euch: Man kann nicht ständig große Siege einfahren. Brexit war phänomenal gut, Exit in France angesichts der viel besser british spielenden Island-Kicker jedoch zwingend!  – –
Fußball-WM und -EM mit Marken und anlaßbezogenen Poststempeln auf Bedarfspost:
Ein nostalgisches wie emotionales Sammelthema!

Viel Spaß damit!
Wünscht Philatelie-Digital in der „Aus“-Zeit!

Brexit: Congratulations to the Britains´ Exit

Erich Morecambe

Was für ein 24. Juni 2016! Traumhaftes Sommerwetter, wunderbare Entscheidung: Das Ende vom Brüsseler Kraken-Sozialismus ist eingeleitet. Ganz Europa darf sich bei den britischen Wählern bedanken. 
Und ganz Europa darf hoffen, daß auf diesem Kontinent Besonnenheit und Klugheit doch noch nicht verloren sind.

Man muß nur sehen, wer jetzt Wortschwall der Empörung und der miesen Unterstellungen produziert, wer Leerformeln und schamloseste Rhetoriken über jetzt als „Fehler in Brüssel“ erkannte supranationale Hegemonialentscheidungen verbreitet. 
Allen voran sog. „Konservative“ tun sich hervor, wie bei N24 am Mittag des 24. Juni der Vorstandschef von jener Deutschen Bank, die bei Google unter „Skandal“ 472.000 Einträge verzeichnet und zu Milliardenstrafen in den USA wegen Zinsmanipulationen verdonnert wurde.

Kein Einwand ist zu billig wie etwa bei F.A.Z.-online vom selben Tag, die glattweg, ohne einen brauchbaren Beweis vorzubringen, einen Generationenkonflikt behauptet: die Alten als die Unbeweglichen für Brexit, die Jungen für die strahlend schöne globalliberalisierte Zukunft. Der Kommentator dieses seit Jahren schon siechen Print-Blattes, das einst anerkannt eine „Zeitung für Deutschland“ war, versteigt sich in seinem Delirium zum Drohgemälde darüber, wie viele Freundschaften und Heiraten junger Briten jetzt durch „Abschottung“ nicht mehr über Kontinente hinweg stattfinden könnten.

Man ahnt die Schlammschlacht, die es gäbe, würde hierzulande eine auf Erfolg gerichtete DExit-Kampagne beginnen, bei der endlich auch der 1993 in Maastricht noch von Kohl/Waigel in den Senkel gestellte Deutsche sein Schicksal selber bestimmen könnte!

Zum Markenbild (Großbritannien, Mi. 1750; E: 1998):  Eric Morecambe (1926-1984), hochgeehrter britischer Komiker,  der 1968 bis 1977 in der alljährlichen „Christmas Show“ in der BBC 20 Millionen Zuschauer und mehr an den Bildschirm holte, wurde 1999 zur „Witzigsten britischen Person des 20. Jhdts.“ gewählt, noch vor Monty Python-Mitglied John Cleese. Er unterstützte den verhaßten Konservatismus einer Maggy Thatcher, die für ihre EU-kritische Haltung bekannt und berüchtigt war, und gratulierte ihr nicht nur zur Wahl 1979, er wünschte ihr auch Glück bei den ersten „Europa“-Wahlen 1979, bei denen die Konservativen 60 von 78 Sitzen im eigenen Land errangen. Sein Portrait auf der Briefmarken ist zeitloser denn je!

Bonner Postphilatelie fremdelt ziemlich mies

MM KB 3 für einen_natickmwj-ebay 2250$

Der Autor hat zu seinen Redakteurszeiten – leider – erleben müssen, daß und wie der deutsche Händerverband APHV (Köln) vor der ach so mächtig apostrophierten Deutschen Post und in Sonderheit deren Angebotspraktiken via Versandstelle Weiden  „den Schwanz eingezogen hat“. Aber über Tote soll man ja nicht schlecht reden – dabei ging es nie um den „einen“, wie immer nicht. Die letzten Jahre ist es der preiswerte zentrale Erwerb von Paketmarken für die Mitglieder, der Köln bis auf weiteres kuschen läßt oder was auch immer.

Tatort ist die neueste Verkaufsliste Philatelie aktuell 2/2016. Dort offeriert die Versandstelle neben wieder mal so allerlei „Begehrtem“ (Wortlaut!) eine Reihe von „Schmuckbogen“ (Es sind Kleinbogen – doch wenn man werbeschmückend auch Schmuckbogen tönen kann?). Allesamt sind es Auslandsneuheiten. Auch das ist ja seit Jahren nichts Neues mehr, daß Weiden von Bonn zum Postwertzeichenlieferanten auch für auswärtigen Neuheitenschmonzes degradiert wird (die verordnete Selbstwahrnehmung ist natürlich eine gänzlich andere).

Der Autor, der seinen Blog für all diese „schöne Neuheitenwelt“ grundsätzlich nicht zur
Verfügung stellt, regt sich auf. Es regt ihn auf, wenn die Post (der wir uns Sammler gewiß noch immer nahe fühlen) ihre eigene Kundschaft offensichtlich für blöd hält. Und die, wenn es zum öffentlichen Widerspruch käme, die Dinge vernebelnd das bekannte Gewäsch von „Spaß an der Freude-Sammeln“  aussenden würde. Dabei ist sie auf die Geldbörsen von jenen aus, die den ganzen Betrieb (Sammeln „komplett“ von dt. Neuheiten) überhaupt noch am laufen halten.

Der oben gezeigte, 1995 in den USA erschienene „Schmuckbogen“ zum Gedenken an die tragische Filmschönheit  kostet bei der VS Weiden schlappe 19,50 Euro (übrige von Humphrey Bogart und James Dean genau soviel), plus Porto. Bei Ebay, wo solche und ähnliche
Neuheitenangebote meist über Delcampe-Niveau zu liegen pflegen, wurde der KB Ende Mai überwiegend weit unter 19,90 € angeboten, in mehreren Fällen für 9.90 € / 10,99 €, dabei sogar noch portofrei (bei der Post Bestellg. ab 20 €). Doch selbst bei ebay.com (USA) kann man seit Monaten preisgünstig fündig werden; da gibt es gleich drei Bogen „Marilyn Monroe“ für sozusagen einen, für 22,50 US$ (bei natickmwj).

Inwieweit den organisierten Handel das Weidener Verkaufsgebaren bei Marken-Standardware (Angebote Bund-/Berlin-/Deutsches-Reich-Standardware noch aufregt, entzieht sich dem Schreiber, ist ihm auch egal. Den Verband könnte es allerdings interessieren, daß besagte Verkaufsliste ein CEPT-Postfrisch-Angebot mit allen 1956 erschienenen Marken für 279 Euro „kredenzt“. Warum? Rund 200 Euro pro Käufer sind dem deutschen Briefmarkenhandel potentiell entzogen, wenn Sammlermichel diese 6 postfrischen Einzelsätze bei der Post kauft statt im Onlinemarkt: Ohne Mühe waren bei Delcampe und auf Ebay.de Angebote für 69 Euro („diezacke“; Großanbieter auf den Plattformen) zu entdecken. Über Boreks turmhoher Preiswelt, die sich in den Bonner Verkaufslisten ja seit 2001 austoben darf, ist eigentlich jedes Wort zuviel. Oder doch noch dieses: Angebot CEPT Bundesrepublik „60 Jahre Europamarken“, 104 Sondermarken + 1 Block,  postfrisch, alles „hochwertig im gestalteten Festeinband“, für 69,90 Euro.

Sind das nicht die Marken, bei  denen von Erben um Ankauf gebetene Händler nur die Schultern zucken und die genervten unter ihnen die Leute mit dem Satz wegschicken „Damit können Sie zu Hause gern Ihre Wände tapezieren, das ist sinnvoller!“?

 

Wo ist Lemmy Kilmister

bild_brfmk LemmyKilmister

Deutsche Post und das Sensationsblatt mit den vier großen Buchstaben, das für viele in Menschen in diesem Land irrigerweise auch Tageszeitung genannt wird, bringen nächste Woche eine Marke Individuell in Erinnerung an den Leadsänger der Heavy-Metal-Formation Motörhead in den Verkauf. Philatelie-Digital, sein Schreiber ist Rockmusikfan, liefert dazu noch ein paar Hintergründe.

Vollständigen Beitrag im Pdf-Format bitte herunterladen: Wo ist Lemmy Kilmister

Postwertzeichen-Neuheiten Ausgaben 7. April und 2. Mai 2016

003342_BM_Schreib_Hochzeit   004723_BM_500_Jahre_Reinheitsgebot_für_Bier

Die Neuheiten vor allem vom April (Erscheinen am Donnerstag) haben es in sich: Sie wollen ja wohl ganz besonders Zeitgeistiges ausdrücken, im Motiv, in der Darstellung. Heraus kam bei der „Hochzeits“-Marke jedoch aus Sicht von Gender-Aktivisten ein reaktionäres Schauerstück: Schuhwerk zweier Geschlechter! Wie konnte es dazu kommen? Das belegt ja wohl, daß sich trotz gesellschaftlich-ideologisierter Umformung Deutschlands – kaum noch eine Vorabendserie im staatlichen Fernsehen, die nicht gleichgeschlechtliche Liebesszenen  zeigt –  nichts geändert hat. Tja, das ist dann wohl ein Skandal. In Zeiten, da Finnland Schwulenmarken herausbringt und in einschlägigen queer-Kreisen, bis nach Brüssel und Straßburg, dafür gelobt wird, fällt das Merkel-Grün-Deutschland in die reaktionären 50er Jahre zurück. Irgend was muß schiefgelaufen sein, in Berlin, in den so trendigen Kunsthochschulen, in den Gremien der Schulterklopfer… Luft holen! Es geht auch lustiger. Mit der Simpelgrafik auf der Biermarke:  Prost!

Vollständigen Beitrag im Pdf-Format bitte herunterladen: Postwertzeichen-Neuheiten Ausgaben 7. April und 2. Mai 2016

19. Int. Briefmarken-Börse München

MGs-Muenchen-2016_gest_postfr-2

Noch zwei Tage währt die Großveranstaltung im MOC München-Freimann. Gestern hat sie begonnen. Schluß ist Samstag, der 5. März. Geboten werden Briefmarken, Briefe, Ganzsachen, Ansichtskarten, Münzen, erstaunlicherweise auch noch Telefonkarten und natürlich philatelistisches Zubehör. 80 Aussteller, unter ihnen Fachhändler, Auktionshäuser, Zubehörhersteller, Verlage sowie Postverwaltungen oder deren Agenturen, haben ihr Kommen zugesagt.

Im Zentrum Philatelie erwarten den Besuch kostenloser fachlicher Rat. Verantwortlich hier ist der Landesverband Bayerischer Philatelisten-Vereine im BDPh e.V.  Im „Forum für Sammler“ (Nähe Stand der Post-Versandstelle) ist für heute, Freitag dieses Vortragsprogramm geplant:
* 11.00 Uhr Autogrammstunde mit Antonia Graschberger auf dem Großstand der Deutschen Post
* 12.00 Uhr Folienschäden an Briefmarken – eine philatelistische Katastrophe/Christian Geigle, Präsident des Prüferbundes BPP

Morgen, Samstag, 5. März 2016, 12 Uhr, erwartet Josef Bauer hoffentlich viele Zuhörer. Er stellt mit Deutsches Reich MiNr. 115 ein Frankaturen-Spezial vor. Die Isartalbahn um 14.00 Uhr wird den Bahnfreunden eine Zeitreise in Bildern bieten. Vortragender ist Andreas Weigand.

Die Messe ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet, morgen, Samstag, von 10 bis 16 Uhr. Allen Besuchern viel Freude und den Teilnehmern viel Erfolg!                                                                               

Auto-Nostalgie geht doch weiter – mit Manta und Golf 1

Entgegen der Mitteilung im Internet-Portal von NTV vom 15. Dezember macht der deutsche Markenherausgeber mit „Auto-Oldtimern“ doch weiter. Auf der Internetseite https://1300ccm.de/szene/oldtimer-briefmarke-porsche-911-ford-capri.html heißt es am Schluß des lesenswerten Berichtes von Tom Schwede:

„2017 wird die Post ihre Sonderreihe über ‚Klassische Deutsche Automobile‘ mit den Motiven Opel Manta A und VW Golf 1 fortsetzen. Einen entsprechenden Antrag hat das Bundesfinanzministerium bereits vor einigen Wochen genehmigt.“

Briefmarken-Klassische-Automobile-1000x600 Kopie 2  Briefmarken-Klassische-Automobile-1000x600 Kopie

 

Briefmarken-Klassische-Automobile-1000x600 Kopie 3  Briefmarken-Klassische-Automobile-1000x600

Jetzt muß man in Berlin beim Herausgeber nur noch wissen, wie die zehn schon auf den Wohlfahrtsmarken 2002 und 2003 untergebrachten vierrädrigen Prachtstücke aus den Wirtschaftswunderjahren genutzt bzw. aus ihrem marktschädlichen Schlaf geholt werden können. Mit dem  jetzt gelieferten textlichen Zudruck über die Produktionsjahre ließen sie sich gewiß „recyceln“.

> s. auch „Postwertzeichen-Neuheiten Ausgaben 3. Dezember / 2. Januar 2016, Philatelie-Digital 20/2015