Kategorie-Archiv: Deutschland aktuell

Man wird ja wohl noch mal Spaß haben dürfen… Hepburn-Rarität mal anders

Hepburn Bogen Reprint ebay Nov18 44$_Anb 1_07553

Wie das Original, nur mit Linienzähnung. Und nur in der Artikelbeschreibung von Anbieter “1_07553″ (Rußland) der Hinweis auf “Reprint”, auf den Marken selbst keinerlei Hinweis wie “faux” o.a.  Für “spaßmachende” 44 US-Dollar zu bekommen. Man stelle sich vor: Ebay-USA (et Deutschland, usw,) wäre so scharf auf Verfolgung von Fälschungen aus und würde drakonisch urteilen wie die Umweltbehörden und Gerichte bei deutschen Diesel-Pkw-Herstellern…!

Spaßphilatelie – dieses Wort geht ja so einigen Leuten in deutschen Sammlerfunktionärsgefilden immer leichter über die Lippen. Wer bejaht sie nicht?  Da doch Ernst bedeutet, sich von Altgewohntem und damit vielen irrigen Wunschvorstellungen lösen zu müssen. Spaß muß sein – das hat schon ein Dieter Thomas Heck in seiner ZDF-Schlagerbude gefrohsinnt. Oder war´s Ilja Richter oder… auch egal.

Spaß sagen aber gern auch jene, die Frohsinn mit ganz eigenen, und das sind fast immer rustikale Eigeninteressen verbinden. So ein Eigeninteresse ist das Einsacken von “Kohle”, Money, Pinkepinke. Das haben in der Philatelie schon die Vignettenanbieter so gesehen oder höchstselbst auch die Versandstellen mit ihren sog. Schwarzdrucken in Jahrbüchern oder Veranstalter von Großmessen der 70er und 80er Jahre, als selbige wie die in Essen noch groß waren, und Post und Aussteller mit diesem meist völlig überteuertem Zeug den Sammlerlemmlingen “chancenreiches”(!) Futter zuwarfen. Ein Andreas Schneider ist da in besonders “markanter” Erinnerung.

Vignetten sind das Stichwort. Oder genauer: Phantasiedrucke, Cinderallas (engl.). Klingt ja gleich viel harmloser und verbürgt sozusagen den Spaß. Aufhänger ist meist, wie könnte es auch anders gehen, eine vergangene philatelistische Rarität. Die wenigstens können sie besitzen, aber möglichst viele sollen sie haben – so denken die, die Spaß im Sinn haben und wollen.

Dieser Blog bietet und ist ernst bis auf die Knochen. Er kümmert sich darum um Schmonzes, sofern es seine eigentlichen Berichtsstoffe betrifft, grundsätzlich nicht. Doch hier gilt die Ausnahme. Denn die 2001 noch vor dem Verkauf am Schalter zurückgezogene und dennoch in geringer Zahl in private Hand geratene Wohlfahrtsmarke “Audrey Hepburn” ist nun mal ein Ausnahmestück der modernen deutschen Philatelie – ein in großen Teilen und seinen Ruhm betreffend anrüchiges dazu, denn es ist keine Briefmarke, kein Postwertzeichen, sondern ein “Druckstück”. Aber das soll hier nicht weiter erörtert werden. Diese hohe fünfstellige Beträge erzielende Rarität erfährt Wahrnehmung mit der Zeit wie alles, was von Geheimnissen und nicht zutreffenden Merkmalausstattungen umgeben ist, sozusagen auf mehreren Bewußtseinsebenen. Die banalste, abwegigste, aber unter Sammlern sicherlich am meisten verbreitete ist natürlich die, daß sie Sehnsüchte auslöst in der Art des “Die würde ich gern mal in der Kiloware finden! Warum ich nicht, warum immer die anderen?”

Hier treten unsere Spezialisten für “Träume wahr werden lassen” auf den Plan – mit Vignetten. Oder sollte man doch neudeutsch “Fakes” sagen? Bleiben wir bei dem hier zutreffenden Begriff “Reproduktionen” (engl. reprints). Natürlich sind sie das. Denn: Vignetten zeigen, wenn sie ausdrücken wollen, was sie sind, keine 100:100-Abbildungsgleiche, vermeiden also auch nur jede gravierende Ähnlichkeit mit der echten Marke (die wie gesagt, kein Postwertzeichen, sondern, technisch wie praktisch betrachtet, ein Druckstück ist). Wenn schon Wertzahlen, dann sind oder ist es eine andere als die des Orginals, auch wird eine andere Farbe gewählt, usw., usw.

Nicht so unsere Anbieter aus Rußland und der Türkei, die ihre “Stücke” über Ebay-USA dieser Tage anbieten. Nicht zum Spaß – Geld der Dummen und Träumer ist kein Spaß – aber zum Zwecke des Spaßes! Reproduktionen nach der Art von “Fakes”. Unangenehm? Nein. Ist doch nett, wenn jemand Freude und Leichtigkeit in die Welt bringt! Ist doch typisch, daß dieser Schrott wie so vieler anderer – Teil-/Ganz-Fälschungen zum Schaden der Sammler. Fälschungen zum Schaden der Post, Sammelschrott aller Art – auf Ebay verhökert werden soll und mit Sicherheit verhökert werden wird.

Hepburn-Fake aus Rußl Nov 18_ebay USA

 

Hepburn-Fake aus Türkei Nov 18 _ebay USA

Billig, billig, sich für einen US-Dollar das “Faksimile” bzw. Marken-Glück der besonderen Art ins Album zu holen: “Ariphilatelics” aus der Türkei hat eben ein Herz  für “Sammler”! Ebenfalls ein “Fake” mit Linienzähnung, ansonsten wie oben!

Philatelie-Digital, 9-2018

Intern. Briefmarken-Börse Sindelfingen 2018

Logo Sindelf 2018

In einer Woche ist es für den internationalen Sammler- und Händlertreff wieder soweit. Philatelie-Digital hat die wichtigsten Informationen zusammengestellt (pdf-Dateien) und wünscht  allen Besuchern und Ausstellern einträgliche Börsentage – und vor allem gute Stimmung! –– Philatelie-Digital 8/2018

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Postentgeltehefte – alt und neu / DDR-Frachtsendung 1977 in die UdSSR

Postentgelteheft 1.7     DDR-Gebührenheft 1.7-1

Aus gegebenem Anlaß wird im linken Abbildungsbeispiel der Chronistenpflicht genügt. Auftaktbericht war hierzu die vor einigen Monaten an dieser Stelle publizierte Übersicht zu den tariflichen Veränderungen von diesem Jahr (“Ab 1. Juli ein völlig neuer Päckchenpreis”, 3/2018). Wie zu sehen, gibt es neben der Onlineversion auch ein gedrucktes Exemplar zu den Entgelteneuerungen vom Juli. Es nimmt die Neuerungen vom März auf und ist derzeit am ehesten in den Postbank-Filialen zu bekommen. Wie immer natürlich kostenlos.

Ihm zur Seite gestellt wird ein 37 Jahre älteres Gebührenheftchen der DDR-Post mit Stand 1. Juli 1971. Anders als die DBP-Preisverzeichnisse kostete den Postbenutzer in der DDR diese Übersicht etwas, jedoch waren es bescheidene 20 Pf.  Man sollte nun meinen, daß das, was kostet, eher aufbewahrt und auch aufgehoben wurde. So ist es wohl doch nicht. Unabhängig vom Zahn der Zeit und einer Post, die nicht mehr existiert, scheint es nicht leicht, solche Gebührenhefte heute noch zu finden. Es gibt bekanntlich auch Sammler hierfür! Die meisten werden sie sicherlich auch heute noch zur Bestimmung ihrer Bedarfspoststücke nutzen.
Das bietet sich an, weil diese Hefte Gebühren zeigen, die selbst im DDR-Universal-Katalog nicht verzeichnet sind!

Doch eine Position enthalten auch diese Preisverzeichnisse nicht – die Auslandspaketgebühren. Nach ihnen hatte der Verfasser dieser Zeilen speziell für den Zeitraum der 70er Jahre gesucht. Doch Paketgebühren des “grenzüberschreitenden Verkehrs”  waren nur am Schalter erhältlich bzw. zu erfahren. Mitteilungen zur internen Nutzung dazu gab es sicher nur in einem Loseblattverfahren. Werner Steven, der ausführlich die Paketpreise der DBP auch mit Ziel Ausland zu nennen weiß, als einzige freie Publikation außerhalb des Postamtsblattspektrums, muß in seinem “DDR Postbuch 1947-1989″ in ihrem Falle passen. Das  ist schade, auch in Bezug auf den hier gezeigten Beleg:

Baudenkmäer 1 M großx2 a R-AuslPak oder was auch immer

Das 2-Mark-Porto gibt dem Verfasser Rätsel auf, wenn er annimmt, hier sei 1977 eine portorichtige Bezahlung erfolgt. Doch die Päckchen- und auch Briefpreise von 1971 lassen bei 50 Pf für das Einschreiben nur einen Schluß zu: überfrankiert! Die Mutmaßung bleibt jedoch, daß es 1974 oder 1976 im Paketsektor eine weitere Tarifänderung gegeben hat. Vielleicht wissen die Leser hierzu mehr und teilen es Philatelie-Digital mit (Mailadresse s. Impressum). Im übrigen ist der Verfasser an weiteren DDR-Gebührenheften interessiert. Aber für kein Geld, sondern nur auf Tauschbasis! — Philatelie-Digital 8-2018

Fehlverwendung ATM 8/9 auch auf Brief

ATM 8-9 Typenabweich-1    €-Zeichen überflüssig! Softwarefehler!

Die ArGe Rollenmarken, Markenheftchen, Automatenmarken (RSV) meldet in ihrem jüng-
sten Rundbrief (3/2018) das Auftauchen von Fehlverwendungen bei der aktuellen Automatenmarken-Ausgabe ( “Briefe schreiben” / “Briefe empfangen”) vom 3. Januar 2017. Es geht um den Typendruck mit €-Zeichen. Ihn gab es letztmals regulär bei der ATM 5 (“Briefkasten”) und zuvor und erstmals bei Mi. 4 (“Posthörner”, 2002). Doch noch bei der Ausgabe 6/7 (“Brandenburger Tor” / “Bonner Posttower”, 2008) tauchte er irrtümlicherweise auf – die Software in den Druckergeräten war nicht umgestellt worden. War das schon bei ATM 6/7 eine Peinlichkeit ersten Ranges für die Post, weil es diese technische Anomalie landauf landab gab und zwar noch monatelang nach dem 24. Oktober 2008, so kann jetzt die Fortsetzung “der Geschicht´” nur noch verwundern. Bislang sind es zwar nur zwei Geräte, laut RSV stehen sie in Bochum und Schleswig, doch wer weiß. Wie es in dem Beitrag heißt, zeigten die Startbildschirme der Geräte als Abbildung die ATM Mi. 5! Philatelistisch könnte man fragen: Wo leben wir denn?!

Zu allem drei Anmerkungen:

Auch für Briefpostsammler, nicht nur für den Losemarken-Freund, ist solche Briefpost aus der . Gebrauchszeit mit dieser spektakulären Abweichung natürlich von philatelistischem Interesse und daher Anreiz, nach ihr zu suchen. Etwas aufspüren, ist dem Philatelisten schließlich eine der liebsten Beschäftigungen!

Suchen heißt unter anderem möglichst gewerbliche Posteingänge regelmäßig sichten zu können. Damit wird es in diesen Brüssel-diktatorischen Zeiten einer EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) von diesem Jahr an wohl endgültig vorbei sein. Aus lauter Vorsicht gibt keine Firma mehr Briefsendungen der Kundschaft an Sammler ab.

Hinzu kommt, daß der Postkunde immer häufiger  am vertrauten Standort vergeblich nach seinem “Markendrucker” Ausschau hält.  Noch gerademal zweitausend sollen es aktuell sein. Die Frage ist, wie viele selbst davon funktionstüchtig sind, grundsätzlich oder auch nur fallweise (Störanfälligkeiten; s. dazu auch “ATM-Versorgung 2016 in Deutschland / Ein Paradoxon pur” (Philatelie-Digital 16/2016; Suchwort: ATM-Drucker). Des weiteren ist auch der Gebrauch der neuen ATM in philatelistischer Korrespondenz nach vielen Beobachtungen in diesen vergangenen 1 3/4 Jahren bescheiden. Noch werden die alten Vordrucke (ATM 6/7) aufgebraucht.

Kommentar: Alles würde noch interessanter werden, sollten diese beiden ATM-Vordruckpapiere demnächst/in nicht langer Zeit die letzten des Sammelgebietes sein: Dann, wenn die Deutsche Post die Kosten des laufenden Betriebs der vorhandenen Geräte  für unverhältnismäßig hält und sie allesamt in die Verschrottung gibt. Da das kalte Renditedenken in Bonn (in diesem Falle zu Recht) dominiert, wird man Nachfolgegeräte bei verändertem Kauf- und Schreibverhalten der Postkunden anders als die Sammler ausplündernde Österreichische Post nicht mehr aufstellen. So sei es dann! Dann wird man auch sehen, wie klassisch (zu Recht!) die deutsche ATM-Philatelie ist – nämlich auch in den Augen der breiten Sammlerschaft, die dieses seit 1981 die Portobeschaffung erheblich vereinfachende Automationserfolgsprodukt eigentlich nie wirklich angenommen hat, geschweige denn philatelistisch begreifen wollte.
Aber, es gibt ja das Internet! Dort läßt sich alles nachholen. Man muß nur wollen. Zum Beispiel und zu allererst die Seite www.postautomation.de aufschlagen. Der Autor bietet fulminantes Wissen und exzellente bildliche Anschauung – für den Einsteiger wie für den den Kenner.

Philatelie-Digital 7-2018, aktuell

BDPh modernisiert Internetauftritt

BDPh-Neue Homepage

(Sept. 2018)
Der nationale Sammlerverband BDPh hat eine neue Visitenkarte im Netz. Zu sehen ist eine luzide gestaltete Homepage mit einem klareren Aufbau, leichter erkennbaren informationellen Zugriffen und einer aktualisierten Eigendarstellung. Getragen wird dies alles durch ein erheblich freundlicheres Erscheinungsbild. Philatelie-Digital sagt: gelungen!

BDPh-Neue Homepage II

 

BDPh-Neue Homepage IV

Auch gut und klug: Im Bildinventar verzichtet man auf präsidiale Köpfe, noch sind sonst welche Macher zu sehen! Köpfe können auf Bundestagen Zeichen setzen bzw. Affekte beanspruchen. Hier auf der Homepage “verschleimen” sie nur, was Sache ist. Und die ist: Ein Verband, der nach erheblichen personalen Krisen der letzten Jahre und einer jedes Jahr schwächeren Mitgliederbilanz auf der Suche ist nach einer wieder angemessenen Selbstwahrnehmung als bedeutender Kulturverband in Deutschland mit grandioser geschichtlicher Vergangenheit im Konnex von Post- und Wirtschaftsgeschichte. Diese Selbstwahrnehmung bzw. der Wiedergewinn eigener Bedeutung kann gegenüber dem einfachen Mitglied in breiter Form sinnstiftend und zukunftsweisend nur über das Internet stattfinden.

BDPh-Neue Homepage V

Diese Lektion haben ja inzwischen auch viele Ortvereine – die eigentliche Basis des Verbandes – begriffen. Steigende Postpreise werden gedruckten Vereinsmitteilungen mehr denn je das Wasser zum Leben dieser Publikationstätigkeit abgraben. Die Ermutigung “aus dem Netz” muß daher sein. Und weil sie von “oben” kommt, muß sie überzeugend sein, also lebendig und verbandsbejahend. Die kommenden Aufgaben im Internet sind immens. Ihre Überschrift: Brücken schlagen zum einfachen Mitglied, Vertrauen auslösen, Scheu nehmen, die Internetnutzung zu etwas Selbstverständlichem machen. Da kann dann sogar die Vorstellung von einem “Beleg des Monats” sinnvoll sein. Besonders gefallen Philatelie-Digital jedoch neben dem akzentuierten Angebot der Online-Ausstellungssammlung die endlich markanten Hervorhebungen von “Ortsverein” und “ArGe”. Vor allem ersterer hat ja in der gedruckten Publikation “philatelie” einen (seit jeher) absolut jämmerlichen, für eine moderne Verbandszeitschrift beschämenden, weil völlig (personell) leblosen Auftritt!

Neuer 220-Cent-Blumenwert ist für „Warensendungen“

220 c Blume    Motiv: Hauswurz. Erstausgabetag: 11. Oktober

Deutschland aktuell, mit Aufstellung der seit 2017 erschienenen neuen “Blumen”-Dauermarken, in Sonderheit der Werte zu 35  (Motiv wie bisher!), 45 , 345  und  379 Cent. Dazu wichtige Frankaturhinweise. ––  Philatelie-Digital, 6-2018

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Ab 1. Juli ein völlig neuer Päckchenpreis

Kokardenblume   Ersttag dieser Neuheit: 12. Juli 2018.

Was man bei www.sellerforum.de am 28. Juni erfährt, ist der Deutschen Post DHL auch am Freitag, den 29. Juni, noch keine Pressemitteilung wert. Dabei ist die Änderung bei einem der Filialangebote im nationalen Päckchenversand drastisch. Doch offenkundig möchte das die derzeit im Brief-/Paketsektor ziemlich kriselnde Gelbe Post ihrer Kundschaft – bislang wenigstens – vorenthalten. Das verstehe, wer will.

Abgeschafft wird zum 1. Juli, faktisch also zum kommenden Montag, das bisherige 1-kg-Päckchen, auch Kleinpäckchen genannt. Es kostete zuletzt 4 Euro und zu seiner Freimachung erschien auch eine “Blumen”-Dauermarke in dieser Nominale. Wichtig: Dieses Päckchen durfte eine maximale Höhe von 15 cm haben.

Nachfolger des Päckchens “S” (30x30x15 cm; L/B/H) ist ein Sendungsprodukt mit den komplett neuen Maßen 35x25x10 cm. Auffallend ist vor allem die um 5 cm geringere Höhe. Des weiteren kann das maximale Gewicht wie beim Normalpäckchen (4,50 €) jetzt 2 kg betragen. Das Entgelt mit 3,79 Euro erinnert an Online-Postpreise. Nominal handelt es sich um eine Preissenkung in Höhe von 5,3 Prozent. Nicht gerade unerfreulich bei schon jetzt in Bonn klar angekündigten Preissteigerungen im neuen Jahr!

Es wird zur Besetzung dieses ungewöhnlichen Barpreises eine Blumenmarke in dieser Nominale erscheinen. Das ist der neuesten Ausgabe 14/2018 der Weidener “Stempel & Informationen” zu entnehmen. Mit dieser Neuheit beweist die Post einerseits, daß sie es noch gut meint mit dem Pfennig bzw. Cent und letztlich sogar auch mit dem Bargeld. Andererseits wird diese Briefmarke nach Ende des Tarifs nur recht umständlich aufzubrauchen sein. In der Logik der bisherigen Ausgabegeschichte der Wertstufen für Kleinpäckchen erscheint auch diese Marke mit dem Motiv Kokardenblume in beiden Konfektionsarten, also in Rollen (100er-Einheit) und 10er-Bogen. Dennoch und vor dem Hintergrund der Verwendbarkeit: Bei der Nominale für den Versand von Postzustellungsurkunden (345 c) wurde bekanntlich auf die Rollenversion verzichtet. Nicht wenigen Sammlergeldbörsen hat das sicherlich gutgetan.

Das Festwertespektrum bei den ATM-Druckern wird durch diese Neuerung übrigens nicht berührt.

Da sich zum 1. Juli auch die Postpreise für “Bücher”- und “Warensendungen” ändern (Philatelie-Digital berichtete), ist mit Sicherheit ein neues Preisverzeichnis “Leistungen und Preise” zu erwarten, und das mindestens in der Online-Version. Der postgeschichtliche Sammler sollte in seiner Filiale bzw. Postagentur auf jeden Fall auch nach einem Faltblatt mit den geänderten Entgelten fragen.  – – Philatelie-Digital 3-2018

Ein Wissensschatz – Amtsblätter der DDR-Post 1947 bis 1990

DDR-Amtsblatt 1947-1990

Für den Sammler, der bislang nach dem seit langem antiquarisch nur erhältlichen DDR-Universalkatalog aus dem Transpress-Verlag (1986) vergeblich Ausschau hielt, kündigt sich das Schatzkästchen so an:

„Amtsblatt der Zentalverwaltung dfür das Post- und Fernmeldewesen in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands – Verfügungen und Mitteilungen des Ministeriums für Post- und Fernmeldewesen der Regierung der DDR – 1947-1990″ von Peter Tichatzky.

 9.270 Seiten als durchsuchbare PDF-Datei mit Lesezeichen auf DVD, von der ausgesuchte Seiten auch ausgedruckt werden können.

Neben den Postgesetzen und Postordnungen sind die Verfügungen und Mitteilungen der Postverwaltung der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands bzw. der DDR, die im Amtsblatt und in den Verfügungs- und Mitteilungsblättern veröffentlicht wurden, die wichtigsten Bestimmungen, die für den Bereich der Deutschen Post erlassen wurden. Sie enthalten neben zahlreichen Einzelbestimmungen auch Änderungen, die während des Geltungszeitraumes der jeweiligen Postordnungen eingetreten sind. Die darin enthaltenen Mitteilungen informieren darüber hinaus insbesondere über eingerichtete Sonderpostämter und geführte Sonderstempel sowie deren Laufzeiten.“

Philatelie-Digital fragte beim Schatzmeister der ArGe DDR-Spezial, Dieter Oberschmidt, nach der Verfügbarkeit der DVD. Ermutigende Antwort: „Ist noch da!“

Nun dann, Regalmeter an ETB-Alben u.ä. sind nicht bedroht, untergebracht werden muß nur eine DVD! Zu beziehen ist die fulminante Kompilation postamtlicher Basisinformationen aus vierundvierzig Jahren Betriebszeit der DDR-Post durch:
Dieter Oberschmidt, Wandlitzstr. 23, 16321 Bernau, Tel 03338 – 765803,
E-Mail: Schatzmeister@DDR-Spezial.de. mit schriftlicher Bestellung und Überweisung auf das Konto der Berliner Volksbank, IBAN DE61 1009 0000 5892 0000 01 – BIC BEVODEBB, Empfänger: Phil-Club Berlin-Mitte e.V. Preis: 30,00 € + 2,50 € Versandkosten.

Was für eine Gelegenheit!

Hannover Messe, klassisch-modern

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Die weltweit wichtigste Industriemesse: Alle Schlüsseltechnologien und Kernbereiche der Industrie an einem Ort – von Forschung und Entwicklung, Industrieautomation und IT über Zulieferung, Produktionstechnologien und Dienstleistungen bis hin zu Energie und Mobilitätstechnologien.” So liest man es auf der offiziellen Webseite des Industrie-Technologietreffpunktes in Hannover (23.-27.4.2018). “Wer nicht kommt, verpaßt die Zukunft”, liest man auch zu diesem Ereignis, das unter dem allgegenwärtigen Schlagwort “Industrie 4.0″ steht. Ein Themenabend auf ARTE vor einigen Monaten zeigte auf, wie sämtliche industriellen Produktionsbereiche dank der Globalplayer mit ihrem staatsüberwindenden bzw. auflösenden Interesse sich verändern können und wohl auch werden – vor allem hier, im sog. Hochlohn-Deutschland. Der Begriff “Wanderarbeiter” wird in ihm überragend zur Bedeutung kommen. Nicht die chinesische kommunistische Ausbeutungsvariante frühkapitalistischer menschlicher Verheerung ist gemeint, sondern der mit dem iPad und Arbeitssoftware ausgestattete,  hippe, ehelose, renteneinzahlungs”befreite”, jederzeit verfügbare Vagabund mit dem smarten Outfit und dem Lächeln des “Will nur mal die Welt kurz retten-Alle-11-Minuten-verliebt-sich”-Single. 

Gastland ist dieses Jahr Mexiko. Die Staatsmedienkanäle an diesem 23. April sind voll mit Informationen, die nichts als Propaganda sind im Sinne “Nehmen, was noch geht,  bevor uns chili con carne um die Ohren fliegt”. Sprecher aller Interessengruppen faseln in die Kameras ihre Spruchblasen von “wichtigstem” Standort in Lateinamerika. Doch kein Journalist, der fragt, was das im einzeln bedeutet bei einem Land, das seit elf Jahren mit jedem sich als korrupt erweisenden Präsidenten, den es sich wählt, den “Kampf gegen die Drogenkartelle” zum wichtigsten Regierungsziel hat. Mit dem Ergebnis, daß 2017 mit rd. 21.000 Toten noch nie so viele Mordopfer zu beklagen waren (Quelle: www.deutschlandfunk.de).

Gegebenenfalls und zur Beruhigung zittert man sich mit seinem Blick Richtung Osten, Richtung China. Derweil wird der Facharbeitermangel im Land beklagt, nachdem er 2015/2016 von regierungsbestellten Lautsprechern à la Daimler-Zetsche angesichts einer fabulierten Akademiker-Flüchtlingsschwemme aus Syrien etc.  für behoben erklärt und das Merkelsche Wunderwerk mit Namen “Wir schaffen das” in die heiße Endlos-Wohlfühlschleife gehievt wurde – auf dem Ausbildungslevel “Industrie 0″…

SoKarte 1947

Hannover Industriemesse hieß vor 61 Jahren Exportmesse. 1947 erlebte sie in einem geschundenen Land ihren Auftakt – mit rein deutscher Beteiligung. Die Philatelisten, unter ihnen die thematischen Freunde, haben es bis heute gut, denn sie konnten vor allem ab Messe 1948 auf eine gediegene Ernte rechnen, die mit dem starken und bis heute markanten Bildzeichen – dem Block 1 (Bizone) – 1949 philatelistisch für eine Weile endete.

Den Marken-Beginn machten die zwei Sonderwertzeichen vom 22. Mai 1948 (24, 50 Rpf; Mi. 969/70). Erfahrene Briefpostsammler wissen nicht nur, daß diese Marken mit ihrer portorichtigen Einzelverwendung – siehe Beleg oben – nur einen Monat lang möglich waren (Brief-Inland, Ausland), weil dann, ab 21. Juni, die Währungsreform (DM, Pf) kam. Sie wissen auch, daß im Markt viel Qualitätsschund angeboten wird, daß folglich die an sich so “einfachen” EF gar nicht so einfach sind, in Sonderheit die 50er auf Auslandsbrief (Briefverkehraufnahme nach dem Krieg ins Ausland am 1.4.1946).

Ein preiswerter Einstieg in dieses zeithistorisch so wertvolle Nachkriegssammelgebiet ist noch immer möglich. Gefährten sind leicht in der ArGe Alliierter Kontrollrat e.V. (https://www.arge-alliierter-kontrollrat.de/) zu finden. Instruktiv auch dieser Beitrag im Netz: “Hannover Messe Transit Camp Bothfeld” von Martin Breuer (http://einschreiben-aus-niedersachsen.de/category/hannover-messe/). – Viel Sammelspaß!